Geheimes S8-Gutachten: Nur die Mauer ist günstig

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München - Wie kann die Flughafen-Trasse der S8 für eine Express-Bahn ausgebaut werden – und wie bleibt der Münchner Osten mit dem Rest der Stadt verbunden? Die günstigste Lösung ist offenbar die Umsetzung der Vier-Meter-Mauer.

Der Plan des Freistaats sieht eine „Amtslösung“ mit einer vier Meter hohen Lärmschutzmauer quer durch die Stadt vor. Doch die Planer haben etliche Varianten geprüft und durchgerechnet, wie das geheime Gutachten zeigt, das der tz vorliegt. Fazit: So richtig günstig ist nur der oberirdische Ausbau – der für ein paar Millionen mehr aber recht grün ausfallen kann!

Rund 175 Millionen Euro will der Freistaat springen lassen. Das reicht nur für den oberirdischen viergleisigen Ausbau zwischen Daglfing und Johanneskirchen. Die Gutachter stellen fest: „Der Zerschneidungseffekt wird durch die Lärmschutzwände erheblich verstärkt.“ Luxus soll die Stadt selbst zahlen, sagt der Freistaat.

Gemeint ist damit der drei Kilometer lange Tunnel, den die SPD fordert: Die Röhre würde die Stadt laut Gutachten 490 bis 500 Millionen Euro zusätzlich kosten.

Die Grünen wollen erstmal die Alternativen prüfen und dürften im Gutachten fündig werden: Darin untersucht wird nämlich auch der billige oberirdische Ausbau – mit begrünter Mauer und sanften Hügeln über die Trasse. Laut Gutachten würde diese Variante nur 100 Millionen Euro mehr kosten.

David Costanzo

So sieht's im Stellwerk Ost aus

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