Geisterbaustelle in der Seidlstraße

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Die Autofahrer in der Seidlstraße brauchen Geduld: An der Geisterbaustelle in der Innenstadt staut es sich regelmäßig

München - Sie ist ein Nadelöhr und ein Ärgernis, die Geisterbaustelle auf der Seidlstraße. Einspurig wird der Berufsverkehr daran vorbeigeleitet. Ein Schild sorgt dort für Verwirrung. Wir klären auf.

Ein Schild klärt die genervten Autofahrer auf: „Wir arbeiten am Fernwärmenetz. Oktober 2010 bis März 2011“ steht darauf. „Ich hab da noch nie jemanden arbeiten sehen“, schimpft Pendler Jochen P. Ein halbes Jahr für Arbeiten am Fernwärmenetz?

Die tz hakte nach: Eigentlich sollten die Arbeiten bereits im Dezember fertig sein. Eine schadhafte Versorgungsleitung sollte ausgetauscht werden – und dann das: „Der Wintereinbruch Anfang Dezember hat die Fertigstellung Ende 2010 leider kurz vor Schluss verhindert“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Bettina Hess. Weil für den Umschluss, also schadhafte Leitung gegen neue, die Fernwärmeversorgung bei den betroffenen Kunden für eine Nacht hätte ausfallen müssen, sind die Arbeiten gestoppt worden.

Auch in den wärmeren Wochen Anfang Januar und Februar habe man nicht weiterarbeiten können. „In diesen Zeitraum, von Weihnachten über den Jahreswechsel, fallen die Handwerkerferien“, erläutert Sprecherin Bettina Hess. „Die kurzzeitigen Schönwetterperioden konnten auf Grund der notwendigen Vorlaufzeit von rund fünf Tagen für Baustellen-und Personallogistik nicht genutzt werden. Die Gefahr eines neuerlichen Wintereinbruchs war zu groß“.

Nach drei Monaten Stillstand soll am 9. März der Umschluss angegangen werden – sofern es die Temperaturen zulassen. Gute zwei Wochen brauchen die Autofahrer an diesem Nadelöhr also noch Geduld. Erst dann wird die Seidlstraße Richtung Stiglmaierplatz wieder ungehindert befahrbahr sein – nach einem halben Jahr.

Jacob Mell

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