Geld, Liebe, Gesundheit: So springen Sie ins Glück

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Glück haben und glücklich sein sind Dinge, für die man einmal kann und einmal nicht.

Krisen, Pleiten, Job-Angst – 2008 war ein Katastrophenjahr. Wie aber können wir dafür sorgen, dass zumindest 2009 für uns ganz persönlich ein gutes, vielleicht sogar ein richtig glückliches Jahr wird?

Die tz hat zum Jahreswechsel sechs Münchner Experten umTipps fürs große und kleine Glück gebeten.

Geld

Geld allein macht natürlich nicht glücklich – lässt uns aber ruhiger schlafen. Was Christian Hanss, Anlage-Experte der Münchner Stadtsparkasse, in puncto Geldanlage in diesen unruhigen Zeiten rät:

Sparen

Einen Notgroschen für unvorhergesehene Ausgaben braucht jeder. Als Richtwert gelten mindestens drei Monatsnettoeinkommen. Diesen Betrag legt man am besten auf einem Tagesgeldkonto oder Cashkonto an, um jederzeit darüber verfügen zu können.

Altersvorsorge

Von der gesetzlichen Rente allein werden im Alter nicht mehr viele leben können. Ein gut gefördertes Vorsorgeprodukt ist die Riester-Rente. Auf die Einzahlungen gewährt der Staat eine Grundzulage bis zu 154 Euro pro Jahr sowie eine Kinderzulage bis 185 Euro – für 2008 geborene Kinder sogar 300 Euro. Hinzu kommen Steuervorteile. Übrigens: Wer sich noch bis Silvester fürs „Riestern“ entscheidet, erhält die volle staatliche Förderung für 2008.

Vorsicht bei allzu hohen Rendite-Versprechen

Achten Sie bei Anlagen immer auf das Risiko und die Absicherung ihrer Einlagen!

Streuung

Bei der Geldanlage sollte man auf einen Mix aus Anlageformen vertrauen. Dazu gehören Aktien genauso wie Immobilien. Wichtig ist bei Aktien eine Streuung in Einzeltitel verschiedener Länder und Branchen. Bei festverzinslichen Wertpapieren ist eine Streuung in puncto Laufzeiten und Fälligkeiten sinnvoll, „damit Sie ohne Kursrisiko auf frei werdende Gelder zurückgreifen können.“

Kein zu hoher Einsatz

Börsenguru André Kostolany sagte einmal: „Die Börse ist keine Einbahnstraße.“ Das hat auch der Crash 2008 gezeigt. Experte Hanss rät: „Setzen Sie daher nur das Geld für Aktienkäufe ein, das Sie nicht unbedingt benötigen.“

Aktien-Kauf

Wer Aktien kaufen möchte, sollte sich über die Risiken bewusst sein. Auch wenn viele Titel jetzt günstig erscheinen, ist es ratsam, zu warten, bis die Nervosität abnimmt und die Konjunkturdaten wieder besser werden.

Risiken minimieren

Aktien- oder Rentenfonds sind weniger riskant als eine Direktanlage in Wertpapiere. In schwachen Börsenzeiten ist das Sparen in einen Fondssparplan besonders attraktiv: Sind die Kurse niedrig, erwirbt man für eine bestimmte Sparrate automatisch mehr Anteile als in Boom-Zeiten.

Gold

In bleibende Werte zu investieren, ist beruhigend. Allerdings ist Gold gerade besonders hoch im Kurs und teuer. Zudem erhält man bei Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen. Christian Hanss: „Einen kleinen Teil des Vermögens in Gold anzulegen macht aber Sinn.“

Nie in den Sparstrumpf sparen!

So mancher spielt derzeit mit dem Gedanken, das Ersparte lieber Zuhause zu horten. Damit geht man ein hohes Risiko ein: Wird das Geld gestohlen oder bei einem Brand vernichtet, decken die Versicherungen nur einen geringen Teil des Schadens ab.

Immobilien

In München sind die Mieten 2008 um gut sechs Prozent gestiegen. Durch die Finanzkrise ist Baugeld dagegen vergleichsweise günstig. Der Experte der Sparkasse: „Aus der Immobilien-Finanzierung ergibt sich derzeit oft nur eine geringe Mehrbelastung gegenüber der Monats-Miete.“ Wer also über einen festen Job und „entsprechendes“ Eigenkapital verfügt, darf ruhig von den eigenen vier Wänden träumen …

Liebe ist Arbeit.

Liebe

Auch in der Liebe fängt Glück bei uns selbst an! Sprich: Glücklich zu zweit kann nur sein, wer es auch alleine ist. Die Ratschläge der Münchner Diplom-Psychologin Dorothea Böhm fürs Liebesglück 2009:

Tipps für Singles:

Ansprüche überprüfen:

„Wer ewig nach dem Märchenprinzen oder der Prinzessin sucht, wird nie den Richtigen finden!“, sagt Dorothea Böhm. Darum: „Realistische Erwartungen an den künftigen Partner setzen.“

Selbst-Zufriedenheit:

„Wer mit sich selbst zufrieden ist, strahlt das aus und zieht andere an.“ Umgekehrt gilt: Mit sich selbst unglückliche Singles werden es lange bleiben. Deshalb: „Machen Sie sich Ihre positiven Eigenschaften bewusst. Schreiben Sie sich die Dinge auf, die Sie liebenswert machen.“

Nicht auf die Lauer legen:

Böhm nennt ihn den „Partnersuche-Blick“, kurz P-Blick und warnt: „Schnell ablegen!“ Wer seine Umwelt ständig nach Partnern absucht, schreckt ab! „Der P-Blick ist geradezu physisch wahrnehmbar. Sie vergraulen damit genau die, die Sie erreichen möchten.“

Gelegenheiten schaffen:

Besuchen Sie gezielt Veranstaltungen, auf denen Sie Gleichaltrige mit ähnlichen Interessen treffen. „Gehen Sie es langsam an. Nicht gleich beim ersten Gespräch wild flirten.“

Endlich verliebt:

In den ersten Wochen ist eine Beziehung am zerbrechlichsten. „Wenn die ersten drei Monate geschafft sind, stehen die Chancen gut, dass die Beziehung länger hält. Wichtig ist auf Ausgewogenheit zu achten. Sind Sie bereit, viel mehr zu geben als Ihr neuer Partner, ist das kein gutes Zeichen.“

Tipps für Paare:

Selbstdisziplin:

Sie sind schlecht gelaunt und nörgeln ständig an Ihrem Partner herum? „Zusammenreißen!“, sagt Psychologin Dorothea Böhm. „Und wenn Sie merken, dass der Partner gerade nur meckert, gehen Sie gar nicht darauf ein. Lassen Sie ihn in Ruhe, der Partner merkt meist von alleine, warum.“

Gemeinsame Ausflüge:

„Gut ist alles, was kommunikativ ist und bei dem sich die Partner geistig und körperlich wieder näher kommen.“ Etwa Wandern gehen, ein Tag in der Therme – aber nicht unbedingt Besuche im Kino oder Theater. Stilles Nebeneinandersitzen bringt nichts.“

Kleine Aufmerksamkeiten:

So banal es klingt, aber Blumen, Pralinen oder einfach nur eine Karte mit lieben Worten machen eine Beziehung glücklicher. Und warum nicht im Alltag kleine Glücksmomente schaffen? „Wirbeln Sie Ihre Frau doch mal wieder herum, tanzen mit ihr durchs Zimmer“, sagt Böhm. Albern? Romantisch! „Liebevoll bleiben sollte man auch, wenn’s mit dem Sex nicht mehr ganz so regelmäßig klappt.“

Grenzen setzen:

Ihr Partner ist eifersüchtig? „Setzen Sie Grenzen, bestehen Sie auf Freiräume“, rät die Psychologin. Sie plagt selbst die Eifersucht? Die Diagnose: zu wenig Selbstwertgefühl. Also: Selbstbewusstsein stärken, nach der Devise: Mein Partner hat mich, warum sollte er sich nach jemand anderem umsehen wollen?

Rituale schaffen:

Bauen Sie sich mit kleinen Ritualen gemeinsame Inseln der Glückseligkeit. Drücken Sie die Endlos-Taste beim gemeinsamen Lied, gehen Sie mal wieder ins Lieblingsrestaurant, und suchen Sie sich eine Freizeitbeschäftigung, die beiden gefällt. Das hält die Liebe lang am Leben.

Nur keine Angst!

Seele

Wie bleibt meine Seele in diesen Krisenzeiten gesund? Was der Wolfratshausener Psychiater und Psychotherapeut Dr. med. Oliver Seemann empfiehlt:

Bewusst leben

„Gerade jetzt sollten wir die Handbremse anziehen und uns fragen: Was ist wirklich wichtig für mich?“, sagt Dr. Seemann. Er sieht die Finanzkrise „als Chance zur Besinnung“ auf bleibende Werte wie Freundschaft und Beziehung.

Veränderungen wagen

„Lernen Sie mit Ihren Ängsten zu leben und diese als Chance zu begreifen.“ Ein Beispiel gefällig? Wer ständig Beziehungs-Ängste hat, sollte das unbedingt ansprechen. Entweder ändert sich die Partnerschaft oder es kommt zum Bruch – Letzteres kann für unser Seelenleben manchmal auch von Vorteil sein.

Stress reduzieren

Auf die Schnelle kann schon bewusst ruhiges Atmen oder langes Kauen helfen. Beim Kauen wird der Parasympathicus aktiviert, der Teil unseres Nervensystems, der bei uns für Entspannung sorgt.

Entspannung suchen

Jeder sollte lernen, sich zu organisieren und „Auszeiten für sich selbst zu gönnen“. Wichtig ist zudem, abends einen Trennungsstrich auch unter den stressigsten Arbeitstag ziehen zu können.

Auf den Körper achten

Nicht selten haben Herz/ Kreislauf-Erkrankungen oder Magenbeschwerden psychosomatische Ursachen. „Versteckte Wut und Ängste können die Ursache dafür sein. Um dies herauszufinden, ist aber professionelle Hilfe nötig.“

Keine Angst vorm Arzt

Wer mehr als zwei Wochen so stark unter psychischen Problemen leidet, dass er den Alltag nicht mehr bewältigen, sollte einen Arzt aufsuchen.

Nix wie raus in die Wintersonne!

Denn das helle Licht setzt über die Netzhaut Glücksgefühle im Gehirn frei.

Kleine Belohnungen

Wir haben ein richtiges Belohnungs-System im Gehirn. Sprich: Wenn wir uns ab und zu etwas Besonderes gönnen, geht’s auch der Seele besser.

Essen streichelt die Seele!

Insbesonders „tyraminreiche Kost“. Denn Tyramin ist ein Protein, das wiederum ein Baustein des Glückshormons Serotonin ist. Viel Tyramin ist in Schimmelkäse, Bananen, brauner Schokolade, rotem Fleisch, Salami und auch Rotwein enthalten.

Können Sie zu Silvester ruhig ein Gläschen Sekt!

Auch Schampus setzt Glückshormone im Gehirn frei.

Keinen Gang zum Arzt zu wenig!

Gesundheit

Autofahren, TV, Computer, noch dazu fettes Essen und zu viel Alkohol: „60 Prozent der Deutschen bewegen sich zu wenig“, sagt der Münchner Professor Martin Halle, Chef der Poliklinik für Rehabilitative und Präventive Sportmedizin der TU. Die Tipps des Sport-Professors und anderer Experten für mehr Gesundheit:

Nehmen Sie das Leben sportlich!

Schluss mit Liftfahren, Autofahren für Mini-Einkäufe und stundenlangem Sitzen. Wie wär‘s, wenn Sie das neue Jahr mit mehr Treppensteigen, Fußmärschen zum nächsten Supermarkt und weniger Fernsehen beginnen?

Regelmäßiger Ausdauersport an der frischen Luft

Ausdauersportarten wie Radeln, Nordic Walking, Schwimmen und Skilanglauf regen den Stoffwechsel an, senken den Blutdruck sowie den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel und stärken das Immunsystem. Prof. Halle: „Einsteiger sollten mit zwei Mal pro Woche zehn bis 15 Minuten starten und sich langsam steigern.“

Gesundheits-Vorsorge pur

Diese Ausdauersportarten können helfen, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und sogar drei Krebsarten (Darmkrebs, Brustkrebs und Prostata) vorzubeugen.

Die richtige Atmung

Beim Sport sollte man sich noch unterhalten können, also nicht permanent außer Atem kommen.

Pausen und Entspannung

Eine kurze Pause zwischendurch ist keine Schande, sondern kann sogar den Trainingseffekt erhöhen.

Trinken

Drei Liter täglich sind ideal. Am besten viel Mineralwasser oder Früchtetees – aber maximal drei Tassen Kaffee pro Tag und wenig Alkohol.

Gesunde Ernährung

Ernähren Sie sich ausgewogen, vitaminreich und fettarm. Ideale Energielieferanten sind Reis, Pasta mit fettarmer Soße und Vollkornprodukte. Fleisch ist nicht verboten, aber Gemüse sollte den größeren Teil des Tellers einnehmen. Ideal für zwischendurch ist Obst.

Wechselduschen am Morgen

Das aktiviert die Gefäße und weckt die Lebensgeister. Wichtig: Das Duschen immer mit kühlem Wasser beenden.

Schlaf

Vorsicht: „Zu wenig Schlaf macht dumm, dick und krank“, sagt Prof. Jürgen Zulley, Deutschlands bekanntester Schlafforscher. Im Schlaf erholt sich das Immunsystem, wir wachsen, wir lernen quasi im Schlaf, weil sich Gelerntes optimiert und speichert. Auch die Seele hat eine Auszeit.

Ein geregelter Tagesablauf kann Wunder wirken.

Regelmäßige Essenszeiten, ruhig auch ein Mittagsschlaf, etwas Sport und nicht zu viel Stress stärken die Gesundheit.

Daumen hoch!

Zufriedenheit

Glück ist planbar! Davon sind die Schwabinger Glückstrainer Claudia Pretzl und Stefan Moerder ( www.richtig-gluecklich.de ) überzeugt. Ihre zehn goldenen Aspekte zum Thema Glück:

Glück macht leistungsfähig

„Studien haben bewiesen, dass wir mit guten Gefühlen doppelt so leistungsfähig sind, als wenn uns überwiegend negative Gedanken quälen.“

Probleme anpacken!

Verdrängen hilft nicht. Viel besser ist: „Erst gute Gefühle haben und dann seine Probleme und wichtige Enstcheidungen anpacken. Dann hat man die besten Ideen.“

Video: Was essen die Münchner an Silvester?

Wir haben uns umgehört, ob es außer den Klassikern noch etwas anderes auf den Tisch gibt, kurz bevor das neue Jahr begrüßt wird.

Ängste abbauen

„Angst blockiert. Mit Angst treffen wir schlechte und übereilte Entscheidungen.“

Das Denken ändern

Wir sollten weg vom „Gefahrenverhindern“ und hin zum „lösungsorientierten“ Denken. Claudia Pretzl: „Man sollte sich einfach mal klar machen, wie oft man umsonst Angst hatte.“ Also: Nach Lösungen suchen, nicht Probleme herbeireden.

Glück macht sexy!

Glückliche Menschen sind meist nicht nur erfolgreicher im Job, sondern auch in puncto Liebe. Stefan Moerder: „Menschen, die mit sich und ihrem Leben zufrieden sind, sind eindeutig attraktiver.“

Glück kostet nichts!

Die Experten wissen: „Nachhaltig am glücklichsten macht uns unser soziales Umfeld, also Freunde, Bekannte, die Familie oder Kinder.“

Erfolgs-Erlebnisse schaffen!

Auch Berge von Arbeit lassen sich bewältigen, wenn wir’s in Etappen einteilen. Und uns damit immer kleine Erfolgserlebnisse schaffen.

Das kleine Glück

„Achten Sie bewusst auf die großen und kleinen Glücksmomente, die das Leben uns tagtäglich bietet!“

Steigerungsfähig

Medizinisch bewiesen ist: Glücksgefühle kann man steigern! Wenn man häufiger Glücksgefühle empfindet, sind die entsprechenden Nervenstränge leichter erregbar und auch schöne Errinnerungen kommen schneller.

Good News

Und noch eine gute Nachricht: Glückliche Menschen sollen in der Regel auch länger leben!

Simone Herzner und Claudia Detsch

Quelle: tz

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