Alternativen auf dem Vormarsch

Geldautomat war gestern: Wo immer mehr Münchner ihre Kohle abheben

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Celine Kainz (31) an einem Bankautomat am Marienplatz.

Bares von der Bank? Von gestern! Immer mehr Münchner heben ihr Geld im Supermarkt ab.

München - Es werden immer weniger: Die Zahl der Geldautomaten schrumpft stetig. Immer mehr Banken schließen ihre Filialen oder bauen die Automaten ab – dafür können Kunden immer öfter in Geschäften direkt an der Kasse Geld abheben. Ist dies das Ende der Bankautomaten?

61.100 Geldautomten gab es laut der Deutschen Kreditwirtschaft in Deutschland 2015 noch – bis Ende 2017 schrumpften sie auf 58.400. Hauptursachen für den Abbau: Digitalisierung und Kostendruck. „Das Betreiben eines Geldautomaten kostet im Jahr zwischen 20.000 und 25.000 Euro“, sagt Jürgen Gros, Chef des Bayerischen Genossenschaftsverbands, zu dem die Volks- und Raiffeisenbanken ­gehören. Auch Kriminelle haben ihren Anteil daran, dass Banken immer mehr Automaten abbauen. Im Dezember etwa sprengten Unbekannte einen Bankautomaten in der Schleißheimer Straße und verursachten einen Schaden in Höhe von 100.000 Euro – das treibt auch die Versicherungsprämien in die Höhe.

Dafür sind Alternativen auf dem Vormarsch: Viele Geschäfte bieten ab einem gewissen Einkaufswert gebührenfreies Abheben von Bargeld an. Bei Aldi und Edeka etwa gibt’s ab 20 Euro Bares, beim Drogeriemarkt dm soll das bald ab 10 Euro Einkauf möglich sein. Für die Händler hat das enorme Vorteile: Barzahlung bedeutet mehr Kosten – schon allein deswegen, weil die Einnahmen zur Bank gebracht werden müssen.

Ganz verschwinden werden die Automaten laut der Banken in absehbarer Zeit aber nicht. Die Deutschen lieben Bargeld – und hinken damit im internationalen Vergleich beim bargeldlosen Zahlen ziemlich hinterher. In Schweden etwa werden selbst Semmeln beim Bäcker mit Kreditkarte bezahlt. Experten rechnen damit, dass sich auch das Bezahlen per Handy bei uns immer weiter verbreiten wird – in China ist das bereits Alltag.

„Bankomaten werden weniger“

Bei uns im Lehel schimpfen alle, dass es kaum noch Bankomaten gibt. Meine Schwägerin überlegt deshalb ­bereits, ihre Bank zu wechseln. Ich bin bei der Cash Group und finde daher meist recht schnell einen Automaten. Dass man in Geschäften auch Geld abheben kann, finde ich praktisch und nutze das auch ab und zu. Gerade für jemanden wie mich mit Familie ist das ein toller Service.

Celine Kainz (31)

“Gehe stets zur Bank“

Ich habe daheim zum Glück einen Geldautomaten direkt gegenüber und hole dort auch immer Bargeld. Beim Einkaufen nutze ich den Dienst kaum – ich komme oft nicht auf den Wert, um abheben zu können. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass das gerade außerhalb gut genutzt wird, wo weniger Automaten stehen.

Klaus Demler (71), Schulbegleiter.

„Ich zahle mit Karte“

Ich bestelle viel im Internet und bezahle auch oft mit ­Karte. Daher habe ich nie viel Bargeld dabei. Wenn ich welches brauche, hole ich es am Automaten. Ein, zwei Mal habe ich auch im Geschäft Geld abgehoben. Aber der Supermarkt bei mir bietet das nicht an, sonst würde ich es öfter nutzen.

Verena Werner (34), IT-Managerin.

CMY

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