Kämmerer Wolowicz: "Gutes Jahr" 

Geldstadt mit Herz: So reich ist München

+
Stadtkämmerer Ernst Wolowicz.

München - Die deutsche Wirtschaft brummt, die bayerische auch – und erst recht gilt das für München. Davon profitiert natürlich auch die Stadt - und investiert kräftig.

Im Jahr 2014 gab es Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer: 2,329 Milliarden Euro! Das sind 58 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Auch der Überschuss kann sich sehen lassen: Im Jahr 2014 erwirtschaftete München einen Überschuss aus laufender Verwaltungstätigkeit in Höhe von 1,181 Milliarden Euro!

Stadtkämmerer Ernst Wolowicz spricht von einem „sehr guten Jahr“ für die Münchner Kassen. Er präsentierte am Mittwoch den Finanzhaushalt 2014 der Stadt München.

München geht es (finanziell) gut – was aber macht die Stadt, damit das auch so bleibt? Wolowicz gab zudem zu bedenken: „Von den Gewerbesteuer-Einnahmen zahlen wir 15 Prozent an Bund und Land.“ Bei aller Freude über die hohen Einnahmen aus der Gewerbesteuer – Wolowicz weiß auch: „Wir sind abhängig von den großen Unternehmen.“

Das laufende Haushaltsjahr entwickelt sich bislang „unseren Erwartungen entsprechend“, so der Kämmerer. Das bedeutet: Es stehen wohl neue Rekorde an. Der städtische Geldbeutel ist prall gefüllt – aber wo geht das Geld hin? Hans Dieter Kaplan, finanzpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, sieht weiterhin „gewaltige Herausforderungen“ für die Stadt.

… und hier investieren wir

Die Geld einer Kommune fließt in zwei große Bereiche: In die Verwaltung und in Investitionen. 2015 will München 1,1 Millionen Euro investieren. Die tz zeigt vier Beispiele:

Die Kitas sollen ausgebaut werden.

Kinderbetreuung und Bildung: Das Milliardenprojekt „Aktionsprogramm Schul- und Kitaausbau 2020“ läuft: neue Schulen und Kitas und deren Erweiterung. Ein Beispiel: Im neuen Siedlungsgebiet Nordheide entsteht ein komplett neues Schulgebäude.

Modernes Verkehrsnetz: Der Luise-Kiesselbach-Tunnel.

Ausbau der Infrastruktur: Hier sollen 118 Millionen Euro investiert werden. Beispiel Luise-Kiesselbach-Tunnel: Dieses Jahr weist der Haushaltsplan 40 Millionen Euro für das Projekt aus. Für die Sanierung des Trappentreu-Tunnels veranschlagt Wolowicz 10 Millionen Euro.

Wohnungsbau: Bezahlbare Wohnungen sind knapp – die Stadt will deswegen preiswerte Wohnungen erhalten, den städtischen Bestand ausweiten und den Neubau ankurbeln. Weiter fördern will man das „München Modell“, das Haushalten mit mittleren Einkommen und Genossenschaften günstige Eigentumswohnungen bietet.

Flüchtlingshilfe: „Jeder Euro für Flüchtlinge ist nicht nur ein wirtschaftliches Gebot, sondern auch ein moralische“, stellt Wolowicz klar. Im Jahr 2014 hat die Stadt rund 100 Millionen Euro für Flüchtlinge ausgegeben, dazu zählen Unterbringung, Transferleistungen und Personalkosten. „In der ersten Jahreshälfte 2015 haben wir ebenfalls 100 Millionen für Flüchtlinge ausgegeben. Dazu zählen Unterbringung, Transferleistungen und Personalkosten. „In der ersten Jahreshälfte 2015 haben wir ebenfalls 100 Millionen aufgewendet“, so der Kämmerer. Der Freistaat hat bisher 21 Millionen erstattet.

tos

auch interessant

Meistgelesen

Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
20 Jugendliche attackieren Männer am Flaucher mit Messer
20 Jugendliche attackieren Männer am Flaucher mit Messer

Kommentare