Gema-Gebühren für Kitas?

München - Ein Schreiben der Gema an 36.000 Kindergärten, Horte und Kitas in ganz Deutschland sorgt für Aufregung bei Eltern und Betreibern, auch in München. Die Rathaus-CSU schlägt Alarm.

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, kurz Gema, fordert für das Kopieren von Liedtexten 10 Cent pro Seite! Bei 1500 Seiten pro Jahr kämen auf einen Kindergarten jährlich 168 Euro an Mehrkosten dazu, rechnet die Rathaus-SPD vor. Auch für öffentliche Gesangs-Auftritte sollen die Kindergärten Gema-Gebühren zahlen.

Am Dienstag schlug die Rathaus-CSU mit einem Anfrage ans Rathaus Alarm: „Muss die Stadt auch bald zahlen, wenn Kinder in städtischen Einrichtungen ,Stille Nacht, Heilige Nacht‘ singen wollen?“, fragt sich der Vize-Fraktionschef der Münchner CSU Hans Podiuk. „Etwas, was Jahrzehnte lang bewährt und unbeanstandet läuft, soll nun auf einmal in die Mühlen der Gema kommen.“

Die Rathaus-SPD meldete sich dann am Nachmittag per Pressemitteilung zu Wort. SPD-Stadträtin Beatrix Zurek schlägt vor, dass die Stadt die Gema-Gebühren für alle Kindertagesstätten übernimmt. Die von der Gema geforderte Dokumentation aller kopierten und gesungenen Lieder würde die Erzieher überfordern. Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) ist sauer, die Probleme mit der Gema „müssen so schnell wie möglich abgestellt werden,“ ließ sie mitteilen. Die Lösung seien Rahmenverträge der Länder, wie es sie für Schulen schon gebe.

We.

Rubriklistenbild: © dpa

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