So denken die Nachbarn über das Projekt

Generationenhaus: "Hier ist man im Alter nicht allein"

Elfriede Tsaligopoulos (71), Rentnerin, sieht den Vorteil in dem Mehrgenerationenhaus, dass man im Alter nicht allein ist.

München - In München hat OB Dieter Reiter ein Mehrgenerationen eröffnet. Die tz hat die neuen Nachbarn getroffen und gefragt, wie es ihnen so ergeht.

Das Mehrgenerationenhaus am Reinmarplatz 20.

Arbeit, Rente, Altenheim – und das soll’s gewesen sein? 260 000 Münchner sind über 65 Jahre alt, viele haben Angst, ihre vertrauten Umgebung zu verlieren. Das Projekt „Wohnen im Viertel“ will alten und bedürftigen Menschen gleichermaßen ein Zuhause bieten – und setzt auf ein ebenso altes wie bewährtes Prinzip: Jung und Alt helfen sich gegenseitig – Mehrgenerationen-Quartiere überall in München!

Dieter Reiter eröffnet die Anlage am Reinmarplatz.

Am Donnerstag hat OB Dieter Reiter (57/SPD) die Anlage am Reinmarplatz in Neuhausen offiziell eröffnet: „Ich komme selbst aus einem Dorf mit 600 Menschen, mit Mehrgenerationenhäusern bin ich groß geworden. Als Stadt müssen wir uns solche Projekte leisten!“ Und hier setzt die städtische Wohnbaugemeinschaft GEWOFAG an: Mittlerweile gibt es „Wohnen im Viertel“ zehn Mal in der Stadt. Jeder Stützpunkt hat zehn barrierefreie Wohnungen, eine Pflegewohnung auf Zeit und ein Wohncafé. Diverse ambulante Pflegedienste kümmern sich um Bedürftige, auch rund um die Uhr. Voraussetzungen für Bewerber: fünf Jahre in München, mindestens Pflegestufe 1 und ein Bescheid des Wohnamtes. Wir trafen die neuen Nachbarn:

Erst chaotisch, dann ein Paradies

Ismet Mecikukic (65), Rentner

Die ersten paar Monate waren ein wenig chaotisch. Vieles funktionierte nicht, die Kinder waren sehr laut. Aber mittlerweile fühlen meine Frau und ich uns pudelwohl auf unseren 74 Quadratmetern. Man hilft sich hier gegenseitig. Vor einiger Zeit ist eine Nachbarin mit ihrem Rollstuhl steckengeblieben – ein Mann und ich haben uns dann gleich um sie gekümmert.

„Hier ist man im Alter nicht allein“

Mein Mann und ich hatten über 30 Jahre lang ein griechisches Restaurant, gewohnt haben wir in der Lerchenau. Unsere Rente ist ­schmal, daher mussten wir umziehen. Mein Mann ist zu 60 Prozent schwerbehindert, brauchte also eine entsprechende Wohnung – und die haben wir hier gefunden! Es ist schön zu wissen: Hier ist man auch im Alter nicht allein, hier kann man bis zum Tod bleiben.

Schön, wenn überall Kinder spielen

Doris Barsoum (61)

Seit einem halben Jahr sitze ich im Rollstuhl, und ich bin sehr froh, dass ich eine so tolle Wohnung für mich gefunden habe. Barrierefrei, super Nachbarn, Mittagessen im Café. Und ich finde es so schön, dass überall Kinder spielen. Ich sitze gerne in der Wohnung und höre ihnen dabei zu. Meine alte Wohnung in Sendling war nicht barrierefrei und außerdem viel zu teuer.

Alt und Jung: Alle profitieren

Heidi Jakobi (35), Hausfrau und Mutter, mit Odelia

Mit meinen drei Kindern und meinem Mann wohne ich hier in einer Wohnung mit 100 Quadratmetern. Ich finde das ­Konzept toll: Jung und Alt nebeneinander, die Kinder tollen bei den Nachbarn herum, ab und zu bringt uns eine Dame Marmelade für die Kinder vorbei. Das alles gehört für mich zu einem gesunden Leben ­dazu, da profitieren alle davon.

tos

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