110. Geburtstag von Hitler-Attentäter Elser

13 Minuten zu spät ...

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Georg Elser wurde 1945 hingerichtet.

München - Er war kurz davor, im Jahre 1939 die Weltgeschichte auf dramatische Weise zu verändern: Hitler-Attentäter Georg Elser. Am 4. Januar wäre der Schreinergeselle 110 Jahre alt geworden.

Es ist der 8. November 1939: Adolf Hitler hält eine Rede im Bürgerbräukeller in München. Draußen ist es neblig, deshalb verlässt Hitler früher als geplant den Raum – um 21.07 Uhr, er will den Zug nehmen und nicht das Flugzeug. 13 Minuten später, um Punkt 21.20 Uhr explodiert eine Bombe ...

Alles hätte funktionieren können. Der 36-jährige Schreinergeselle Georg Elser hatte die Zeitbombe gebastelt. Am 4. Januar wäre er 110 Jahre alt geworden. Ein neuer Film soll an sein Attentat auf Hitler erinnern.

In 35 Nächten vor Hitlers Auftritt hatte Elser eine Säule hinter dem Rednerpult ausgehöhlt und darin die „Höllenmaschine“ versteckt. Nachdem sein Plan gescheitert war, wurde der Widerstandskämpfer in Konstanz festgenommen. „Ich habe den Krieg verhindern wollen“, sagte Elser beim Verhör durch die Gestapo. Drei Wochen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau durch die Alliierten erschießen die Nazis ihn am 9. April 1945.

Diese Zerstörung hätte der Diktator nicht überlebt: So sah der Bürgerbräukeller nach dem Bombenanschlag aus.

Elser war am 4. Januar 1903 in Hermaringen (Baden-Württemberg) als uneheliches Kind geboren worden. Ein Jahr später heiratete seine Mutter und zog mit ihm zum Vater in das gut 25 Kilometer entfernte Königsbronn. Dort steht am Bahnhof seit 2010 eine 2,20 Meter hohe Elser-Statue aus Stahlresten. Hart erkämpft vom Georg-Elser-Arbeitskreis Heidenheim. „Vor rund zwanzig Jahren hat den Namen Elser fast niemand gekannt“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Manfred Maier.

So begann der Zweite Weltkrieg

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Es sei eine ungeheure Leistung von Elser gewesen, schon 1939 erkannt zu haben, wie sich die Dinge unter Hitler entwickeln, sagt Maier. „Die verdammten 13 Minuten, die Hitler zu früh ging – ich bin überzeugt, sie hätten die Weltgeschichte verändert.“

Elser – 780 Sekunden hätten die Welt für immer verändert: So heißt der neue Film über die Geschichte des Widerstandskämpfers. Er soll dieses Jahr gedreht werden. Das Buch schreibt Fred Breinersdorfer mit seiner Tochter Leonie-Claire. Aus seiner Feder stammen unter anderem Drehbücher für den Tatort und den Oscar-nominierten Film Sophie Scholl – Die letzten Tage.

Filme über Georg Elser:

Neben einer Vielzahl an Dokumentationen gibt es bereits auch mehrere Spielfilme, die sich mit dem Schicksal des Hitler-Attentäters befassen:

Der Attentäter (1969), mit u. a. Fritz Hollenbeck, Ulrich Matschoss

Georg Elser – Einer aus Deutschland (1989), mit u. a. Klaus Maria Brandauer, Brian Dennehy

Löwengrube: Vorsehung (1991), Teil 20 der 32-teiligen TV-Serie mit u. a. Jörg Hube und Christine Neubauer

42 Ways To Kill Hitler – Attempt no. 21 (2008), National-Geographic-Dokumentation mit u. a. Scott Weiss und Jason Bice

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