13,5 Millionen für die Katz?

Tauben schon zurück an renovierter Residenz

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Der Freistaat ließ sich die Renovierung der Residenz 13,5 Mio. Euro kosten - nun soll noch in Sachen Taubenabwehr aufgerüstet werden

München - So ein Mist! Die Tauben haben die Residenz wieder erobert. Gerade erst wurde der einstige Herrschersitz für rund 13,5 Millionen Euro renoviert.

Schon hocken die Tauben wieder in der Fassade und mischen beim Farbton ordentlich mit. Der ätzende Vogel-Kot ist nicht nur schlecht fürs Aussehen, sondern greift auch die Fassade an.

„Der Schaden beträgt vermutlich 30 000 Euro“, sagt Barbara Stangassinger vom Staatlichen Bauamt. War nun alles für die Katz? „Nein“, sagt Ines Holzmüller von der Schlösserverwaltung. „Die Fassade kann gereinigt werden. Aber: Wir müssen schnell handeln!“

Und das sieht so aus: Ein neues Netz soll gespannt werden, das die Residenz vollständig vor Taubenlandungen schützt. Parallel werden die Wände gereinigt. Das Problem der letzten Wochen war das nasskalte Wetter. Für das Netz sollen spezielle Dübel verwendet werden, doch die müssen trocken bleiben, damit sie halten. „Die Planungsphase läuft, am Montag geht’s los“, sagt Holzmüller.

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

Ein dezentes Nylon-Netz soll den schönen Anblick bewahren und das gesamte Gebäude vom Dach abwärts schützen – was es bisher nicht tat, die unteren fünf Meter des Gebäudes waren bisher netzlos. Dass die Taubenabwehr tatsächlich funktionieren kann, sieht man am Nationaltheater. Laut Holzmüller von der Schlösserverwaltung sind die rund 150 Residenz-Tauben allesamt abgewanderte Opern-Bewohner. Diese hätten nach der erfolgreichen Taubenabwehr an ihrer alten Heimat eine neue Bleibe gesucht.

Tobias Scharnagl

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