­Patrick Lindner singt bei Abschiedsfeier

Gerd Käfer († 82): So wird heute seine letzte Party

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Gerd Käfer starb im Alter von 82 Jahren.

München - Alles ist vorbereitet, wenn Tafeldecker Gerd Käfer († 82) am Dienstag seine letzte Party zelebriert und am Mittwoch seine letzte Reise antritt.

Die eineinhalbstündige Trauerfeier, zu der rund 600 Gäste erwartet werden, beginnt am Dienstag um 17 Uhr in der Allerheiligen-Hofkirche. Sie wird auch ins Freie, in den angrenzenden Kabinettsgarten, übertragen.

­Zelebrant wird der katholische Pfarrer Richard Weyringer (49) sein, der aus der Pfarrei Gasteiner Tal kommt (siehe unten) und den mit Gerd Käfer eine innige Freundschaft verband.

In Ansprachen erinnern werden an den legendären Feinkostkönig OB Dieter Reiter, Sohn ­Michael Käfer, Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann sowie Roncalli-Direktor Bernhard Paul – Gerd Käfer liebte den Zirkus und war selbst oft und gern als Clown verkleidet. So konnte er dem großen Kind in sich freien Lauf lassen ...

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Musikalisch umrahmt wird die Trauerfeier vom Johann-Strauß-Orchester aus Wiesbaden, denn im dortigen Kurhaus hatte Gerd Käfer zusammen mit Roland Kuffler ein Bistro.

Schlagersänger ­Patrick Lindner wird ein ganz persönliches Lied für seinen Freund vortragen, und Sopranistin ­Sarah Laux wird das Ave Maria singen. Zum Schluss gibt’s noch eine Überraschung, die nicht verraten werden darf – jedenfalls ein Motiv aus der Manege ...

Die Abschiedsparty findet dann im Comité-Hof statt, wo einige Bands spielen werden, die Gerd Käfer die letzten Jahre begleitet haben. Gereicht werden seine Lieblingsschmankerl: Fleischpflanzerl, Wiener Schnitzel, Carpaccio, Supperl in ausgeblasenen Eierschalen, Rote Grütze, Kirschen in Bordeaux-Sauce – „alles, was mein Vater liebte“, wie Michael Käfer verrät. Insgesamt 25 verschiedene Leibspeisen. Da darf dann ordentlich gefeiert werden, bevor der nächste Tag dann wohl doch Tränen bringt – bei der Beerdigung um 15 Uhr am Ostfriedhof. Pfarrer Richard Weyringer wird Gerd Käfer in einem weißen Sarg auf seinem letzten Weg begleiten.

Und weil Alt-OB Christian Ude als Trauerredner nicht selbst kommen kann – er ist gerade auf Mykonos und seine Frau ist nicht wohlauf –, wird SPD-Politiker Hermann Memmel Udes Brief aus Griechenland vorlesen. Musikalisch umrahmt wird die Beerdigung vom Chor der Bayerischen Staatsoper, denn auch diesem Haus war Gerd Käfer sehr verbunden. Bestatter Karl ­Albert Denk rechnet mit 400 bis 500 Trauergästen.

Zum allerletzten Schluss werden dann nur noch die engste Freunde und seine Familie die Tränen gemeinsam runterschlucken – bei einem intimen Essen. Michael Käfer sagt: „Mir geht mein Vater schon jetzt ab. Mit der Planung für die Beerdigung habe ich viel über ihn nachgedacht. Ich vermisse sogar seine täglichen Anrufe, was wir alles anders machen sollten.“

Ulrike Schmidt

Ein Pfarrer mit Herz und Seele

„Ich hab es Gerd Käfer versprochen“, erzählt Pfarrer Richard Weyringer (49, Foto), „dass ich ihn als Freund und Priester auf seinem letzten Weg begleite.“ Der Geistliche aus dem Gasteiner Tal in Österreich hatte für Käfer das Herz am rechten Fleck: ein Spätberufener, der zuerst Tischler war, dann beim Jagdkommando des Bundesheeres Karriere machte und zehn Jahre Gastwirt war. Ein Mann aus dem Volk, der die Nöte der Leute nicht nur vom Studium kennt. Kurz nach seiner Priesterweihe 2006 war Weyringer bei Käfer in Reith bei Kitzbühel zu Gast, wo der Tafeldecker eine Kapelle errichtet hatte und gerade einige Spitzenköche da waren. „Gerd Käfer hatte immer wieder um Segen gebeten – bei den verschiedensten Anlässen. Ich war sozusagen sein Hausgeistlicher.“ Dabei ist Gerd Käfer evangelischer Christ, Weyringer katholischer Pfarrer. „Wo es um Gott geht und das Menschliche, spielt das keine Rolle“, sagt der Pfarrer, der zu seinen Bergmessen mit dem Rucksack aufsteigt (siehe Foto). „Der Gerd war ein sehr gläubiger Mensch – das habe ich in vielen Gesprächen erlebt. Und er hat an die Auferstehung geglaubt.“

US

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