Neue Details zur Trauerfeier

Gerd Käfer: Ein weißer Sarg für die ewige Ruhe

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Gerd Käfer vor seinem Grab am Ostfriedhof – er hatte Bepflanzung, Einfassung und den Stein noch selbst ausgesucht.

München - Die Trauerfeier für Feinkost- und Partykönig Gerd Käfer findet am Dienstag um 17 Uhr in der Allerheiligen Hofkirche statt. Nun gibt es weitere Details zum Ablauf.

Nicht alles, was sich Gerd ­Käfer († 82) für seinen letzten Weg gewünscht hat, wird in Erfüllung gehen können, doch sein Sohn Michael Käfer (57), Witwe Uschi Ackermann und Bestattungsunternehmer Karl Albert Denk (32) arbeiten mit Hochdruck daran, dass die Trauerfeierlichkeiten ganz im Sinne des legendären Feinkost- und Partykönigs sein werden – eben ein schönes und würdiges Abschiedsfest. Ehrensache!

Die Trauerfeier findet am Dienstag um 17 Uhr in der Allerheiligen Hofkirche statt, wo man schon von Rudolph Moshammer und Musiklegende Monti Lüftner Abschied nahm. 1000 Gäste sind geladen, doch es werden wohl weit weniger kommen – wegen der Pfingstferien. Wenn die 450 Sitzplätze nicht reichen sollten, wird die Trauerfeier in den Kabinettsgarten übertragen. Im Mittelpunkt werden die Reden von Michael Käfer, OB Dieter Reiter und Gerd Käfers Freund und Kollege, Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann (siehe Text rechts), stehen. Auch Roncalli-Legende Bernhard Paul hat ein Programm vorbereitet. Er will seinem Freund und Tafeldecker einen extra zirzensischen Abschied bereiten – mit Clownerie. Schließlich waren Käfers Partyinszenierungen auch Artistik auf Tellern und in Gläsern. Und Gerd Käfer liebte den Zirkus!

Tränen sind laut Käfers letztem Wunsch verboten! Sein Leben war so schön, warum sollte man darüber weinen – das war seine Begründung. Und weil das Leben für Familie und Freunde auch weitergehen muss, gibt es anschließend einen Empfang im Kommitee-Garten, bei dem Käfers Lieblings-häppchen gereicht werden – darunter Kalbsschnitzelchen und Variationen vom Hummer.

Ein Wunsch allerdings kann nicht Erfüllung gehen: die Erdbestattung im Zinksarg. „Das ist aus umwelttechnischen Gründen in München seit einigen Jahren nicht mehr möglich“, bedauert Bestatter Karl Albert Denk. Und so wird Gerd Käfer also in einem massiven, weiß lackierten Holzsarg auf seine letzte Reise am Mittwochnachmittag auf dem Ostfriedhof gehen – geschmückt mit orangefarbenen Rosenblüten – und im eher kleineren Familien- und Freundeskreis.

Sein letztes Hemd: Seine schwarze Stoffjacke, die er als Tafeldecker immer trug und auf der viele rote Käfer eingestickt sind...

Ja, es wird ein würdiger Abschied für die Symbolfigur der Lebensfreude werden. Bleibt nur zu hoffen, dass alles virtuos genug vonstatten geht und Gerd Käfer auf seiner Wolke nicht schimpfen muss, wo doch für die Engel da oben eh schon ein neues Zeitalter angebrochen ist, in dem einer immer die Perfektion anmahnt.

So nimmt sein Freund Witzigmann Abschied

Eckart Witzigmann (r.) hält für seinen Freund Gerd Käfer in der Allerheiligen Hofkirche eine Rede.

Ja, sie waren Freunde: der bayerische Tafeldecker Gerd Käfer (82) und Jahrhundertkoch Eckart Witzigmann (73). Seit über 40 Jahren. Ohne sich gegenseitig mit Wahrheiten zu schonen. Und deshalb wird die Kochlegende bei der Trauerfeier am Dienstag um 17 Uhr in der Allerheiligen Hofkirche in der Residenz auch eine Rede auf die Freundschaft halten. Dabei hatte die Beziehung eher weniger brüderlich angefangen, wie Eckart Witzigmann vor sechs Jahren in seiner Laudtio schilderte, als Gerd Käfer in Wiesbaden zum Gastronomen des Jahres ausgezeichnet wurde. Es war im Jahr 1971, als der Partykönig Käfer mit drei Begleitern im gerade neu eröffneten Gourmettempel Tantris erschien, wo Witzigmann der erste Küchenchef war: „Er testete die Gerichte von oben nach unten. Er bestellte nach dem Motto: ein Supperl mit vier Löffeln. Sein Fazit beim Verlassen des Lokals war kurz und bündig: Die gibt’s in drei Monaten nimmer.“

In dem Punkt hat Gerd Käfer nicht recht behalten, das Tantris mutierte zur Legende und für Witzigmann ist es der Beweis, dass auch Visionäre wie ein Käfer irren können.

Geschenkt an Kritiken und Wahrheiten haben sich die beiden seither nichts, doch in einem waren sich die beiden immer einig: „Den Gast verwöhnen und dienen mit Freude.“

Ulrike Schmidt

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