Der große Humorist im tz-Interview

Gerhard Polt macht Theater - Premiere am Samstag

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Gerhard Polt feiert am Samstag mit drei Well-Brüdern Premiere des neuen Stücks in den Kammerspielen.

München - Gerhard Polt und die Biermösls in den Kammerspielen, das eine Erfolgsmarke. Am Samstag hat die szenische Revue "Ekzem Homo" Pre­miere. Wir sprachen mit Gerhard Polt.

Gerhard Polt und die Biermösls in den Kammerspielen, das ist seit Kehraus (1979 im Werkraum), seit München leuchtet, seit Tschurangrati eine Erfolgsmarke. Nur zu begreiflich, dass Johan Simons in seiner letzten Spielzeit auf diesen Trumpf setzt. Am Samstag hat die szenische Revue "Ekzem Homo" Pre­miere. Mit dabei sind die Biermösls in der nach der Trennung neuen Besetzung als „Die Wellbuam aus’m Biermoos“ (Stopherl, Michael und Karl Well), dazu der Schauspieler Stefan Merki aus dem Kammerspiele-Ensemble. Wir sprachen mit Gerhard Polt.

Der Titel klingt gruselig, Herr Polt …

Gerhard Polt: Ja, die Welt ist es ja auch, aber ich wollte diesmal nicht die großen, brennenden Themen behandeln. Es geht bei mir ja nie direkt ums Politische, sondern um menschliche Grundgestimmtheiten. Diesmal um den Mikrokosmos, genauer: um Nachbarschaft.

Um den „Maschendrahtzaun“?

Gerhard Polt: Ja, um Leute, die mit einer Klage drohen, wenn ein Löwenzahn unterm Zaun durchwächst auf ihr Grundstück.

Freuen Sie sich auf die Kammerspiele?

Gerhard Polt: Ja, ich freue mich sehr. Überhaupt, dass wir als Kleinkünstler …

… Kleinkünstler!? Wie kommen Sie denn auf dieses altmodische Wort?

Gerhard Polt: Na ja, das ist doch die Bezeichnung. So heißen wir. Und darum ist es toll, dass wir über unsere Kleintheater und Wirtshäuser hinaus in so ein Haus eingeladen werden. Dieter Dorn hat das für uns gemacht, Brecht hat, glaube ich, damals Karl Valentin empfohlen. Ich freue mich sehr, in diesem angenehmen Haus mal wieder auf die Bühne zu dürfen.

Wie ist die Arbeit mit Johan Simons, der ja als Regisseur firmiert?

Gerhard Polt: Der kannte uns ja gar nicht, hat einen anderen Blick, von außen, auf uns. Das ist sehr gut. Ich finde es nett von ihm, dass er uns eingeladen hat. Es ist ja nur für eine kurze Zeit. Am Ende der Saison geht er weg und sind wir weg. Aber es ist auch nicht so eine aufwendige Produktion.

Aber Texte und Lieder sind neu …

Gerhard Polt: Ja, alles neu.

Wann haben Sie zu proben angefangen?

Gerhard Polt: Gleich nach Heiligdreikönig. Ich hab’ einfach eine Freude, mich mal wieder auf einer großen Bühne präsentieren zu können.

Ihr Publikum hat die bestimmt auch.

Gerhard Polt: Ich würd’s nicht machen, wenn ich nicht eine gewisse Zuversicht hätte.

Das ist ja wohl ziemlich untertrieben. Sie haben sich doch offenbar für genau den richtigen Beruf entschieden. Wohin Sie kommen, stehen die Leute Schlange.

Gerhard Polt: Was das Wunderbare ist: Durch diese Begabung, wenn man’s so nennen will, hatte ich die Gnade, die interessantesten Leute kennenzulernen, was sonst nie möglich gewesen wäre. Manche überraschenden Begegnungen vergesse ich nie!

Beate Kayser

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