Gerhard "Willi" Willmann

Die Sportstimme von Bayern 3 im Porträt

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Gerhard Willmann auf dem Dach des BR in der Arnulfstraße

München - Man kennt Gerhard Willmann auch unter seinem Kurznamen. Willi. Er ist Moderator und Kommentator, die Sportstimme von Bayern 3. Die tz besuchte ihn.

Von hier oben ist der Blick auf die Stadt ein ganz anderer. Wann steht man schon mal hier? Drei schwere Stahltüren und ein Wachpersonal hätten da was dagegen. Es sei denn, man hat einen Termin mit einem Mann vom Radio. Wir sind auf dem Funkhaus des BR in der Arnulfstraße.

Der heißt Gerhard Willmann, gebürtiger Pasinger. Man kennt ihn auch unter seinem Kurznamen Willi. Er ist Moderator und Kommentator, die Sportstimme von Bayern 3.

Der Willi kam 1969 auf die Welt, und die Mama hat ihm erzählt, dass seine Berufslaufbahn schon früh vorgegeben war – weil er schon immer alles kommentiert hatte. Mit sieben, sagt er, war er erstmals bei einem Fußballspiel. Da kam er aus dem Kommentieren gar nicht mehr heraus. Zumindest, was die Gegentore betraf, die der FC Bayern an jenem föhnigen Herbsttag kassierte. Sie verloren im Olympiastadion gegen Schalke 04 null zu sieben.

Willi ging aufs Karlsgymnasium, machte seinen Zivi in einem Pasinger Altersheim – und weil er nicht wusste, was er danach werden will, ging er auf die Bayerische Beamtenfachhochschule. Aber einer wie der Willi und Beamter, das passt so zusammen wie Champions League und 1860. Das merkte er dann auch, besprach Kassetten, schickte sie als Bewerbung an einige Radiosender, wurde Praktikant bei Antenne Bayern. Und dann durfte er endlich mal ans Mikro.

Gerhard Willmann alias „Willi“ an seinem Arbeitsplatz im Bayerischen Rundfunk

Gut kann er sich noch erinnern an die schmerzhaften Folgen seiner ersten Reportage aus dem Olympiastadion. Neben ihm saß Karsten Klein, damals Sportchef bei Antenne. Sie kommentierten gemeinsam, und weil Routinier Klein die Nervosität des Neulings neben ihm spürte, haute er ihm immer mit der Faust auf den Oberschenkel, als Zeichen für seinen Einsatz. Der Willi sagt, der große blauen Fleck am Bein war noch einige Zeit da. Aber aufwärts ging’s trotzdem schnell: Willi wurde Sportchef bei Antenne, machte sich danach selbstständig und kommentierte 2006 von der Fußball-WM 14 Spiele live und in voller Länge für einen Verbund privater Radiosender.

Mittlerweile ist er bei Bayern 3, immer mit seiner typischen Art, ein Mix aus Entertainment und Information. Immer gut vorbereitet, aber nie zu ernst: „Sport ist Unterhaltung.“

Einmal bekam er fast einen Ritterschlag – als er bei einem Weltcup­rennen Bahnsprecher am Eiskanal am Königssee war und danach jemand zu ihm kam und meinte: „Willi, du hast echt a Ahnung vom Rodeln.“ Der, der das sagte, war der Hackl Schorsch.

Lustig war’s mal mit Franz Klammer. Der Olympiasieger ’76 und Austrias Abfahrtsheld war zu einem groß angekündigten PR-Termin in einem Möbelhaus an der Schwanthaler Höh’ geladen. Der Willi moderierte und erwartete einen Massenansturm. Ein Name wie der Klammer, der müsste doch ziehen! Tat er aber nicht, insgesamt verirrten sich nur handgezählte sechs Besucher dorthin, und das war dem Willi dann fast schon wieder peinlich.

Jetzt, am Neujahrstag bei anderen Alpinläufern, dürften es mehr Zuschauer werden – dann findet der Ski-Weltcup auf dem Olympiaberg statt. Und im Zielraum moderiert der Willi. Gerade bei solchen Veranstaltungen sei es wichtig, die Leute zu unterhalten. „Da darfst keine Hemmungen haben, dich zum Affen zu machen.“

Aber nach so vielen Jahren am Mikro ist die Zeit der blauen Schenkelflecken schon lange Schnee von gestern.

Florian Kienast

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