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Kinderpornos im Laptop - Polizeibeamter entlassen

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Der Polizeiobermeister wurde unter Einbehaltung von zehn Prozent seiner Bezüge vom Dienst suspendiert. © ebu

München - Ein Jugendbeamter der Münchner Polizei ist am Montag vom Verwaltungsgericht München wegen des Besitzes von 450 kinderpornografischen Dateien aus dem Dienst entfernt worden.

Die im privaten Laptop des 31-Jährigen gespeicherten Bilder zeigten unter anderem sexuelle Handlungen an einem erst etwa 18 Monate alten Kleinkind. Durch den Besitz von Kinderpornografie in erheblichem Umfang “hat der Beamte mitgewirkt, dass Kinder für Fotos missbraucht werden“, begründete die Vorsitzende Richterin Cornelia Sauter- Schwarzmeier die Entscheidung. “Das ist dem Ansehen der Polizei nicht zumutbar.“

Die Dateien sind im August 2007 im Zuge von Ermittlungen gegen einen Kinderpornoring bei einer Hausdurchsuchung auf dem Rechner des Jugendbeamten gefunden worden. Der Polizeiobermeister wurde unter Einbehaltung von zehn Prozent seiner Bezüge vom Dienst suspendiert und vom Amtsgericht per rechtskräftigem Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt.

Ein Vertreter des Deutschen Beamtenbundes, der den Angeschuldigten im Disziplinarverfahren vertrat, hielt eine Degradierung zum Polizeimeister für ausreichend. Der Beamte habe die kinderpornografischen Darstellungen im Netz “nicht gezielt gesucht und nicht heruntergeladen“. Er habe sich legale Pornografie angeschaut und sei “versehentlich“ auf die verbotenen Darstellungen gestoßen, die er sofort entfernt habe. Aus Scham habe er von einer Anzeige abgesehen. Das Gericht folgte dem Antrag auf Rückstufung nicht. Das Vertrauensverhältnis sei zerstört.

dpa

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