Schönheitschirurg verliert Zulassung

Gericht weist Klage ab: Berufsverbot für Busen-Doc

Der tz-Artikel vom 13.12.2016.

Das Verwaltungsgericht weist die Klage ab, mit der sich Thomas Szymula von Richter gegen den Widerruf seiner Approbation wehren wollte. 

München - Bittere Niederlage für Dr. Thomas Szymula von Richter: Der bekannte Schönheits-Chirurg darf keine Operationen mehr durchführen, seit ihm Ende 2015 die Zulassung als Arzt entzogen wurde. Am Verwaltungsgericht hat er dagegen geklagt, nun aber verloren. Das Ergebnis im Prozess vom Freitag: „Die Klage wurde abgewiesen“, sagte Gerichtssprecher Florian Huber.

Für den Schönheits-Chirurgen bedeutet das: Berufsverbot. Der Widerruf der Approbation bleibt mit dem aktuellen Urteil bestehen. Demnach darf Thomas Szymula von Richter nicht mehr als Arzt arbeiten. „Ich finde das Urteil sehr suspekt“, sagte er.

Immer wieder Ärger um angebliche Mängel

Hunderte Frauen hatten zuvor auf seinem OP-Tisch in Bogenhausen gelegen, um sich den Traum von einem neuen Busen zu erfüllen. Immer wieder gab es aber Ärger um angebliche Hygiene-Mängel. Nach einem Umbau seiner Klinik hatte die Regierung dem Schönheits-Chirurgen Vorgaben gemacht, an die er sich nicht gehalten hatte. Deshalb erhielt er am 29. Dezember 2015 den Brief, in dem per Sofortvollzug mitgeteilt wurde: Er verliert die Zulassung. Angeblich habe er die besagte Anordnung der Regierung zuvor nie erhalten, doch das glaubten die Richter nicht – und schmetterten seine Klage ab. „Ich habe auf den Rechtsstaat gehofft. Und erlebe die Willkür der Regierung von Oberbayern“, sagt Szymula von Richter.

„Wir sind auf die Begründung des Gerichts gespannt und können uns nicht vorstellen, dass dieses Urteil in der nächsten Instanz Bestand hat“, sagt sein Anwalt Christian Wehowsky. Er will eine Berufung prüfen. Doch selbst, wenn es zu einem neuen Prozess am Verwaltungsgerichtshof kommen sollte, darf Szymula von Richter bis zu einem möglichen Urteil nicht mehr als Arzt arbeiten.

Er glaubt an Rufmord-Kampagne

Mit seinem Buch „Vier Brüste für ein Halleluja“ war der Schönheits-Chirurg auch über Deutschland hinaus bekannt geworden. Trotz des Erfolges sieht er darin rückblickend auch den Beginn vieler Schwierigkeiten. „Zwei Wochen später habe ich die erste Anzeige vom ärztlichen Kreisverband bekommen.“ Angeblich alles nur „ausgedachte Lügen“, sagt Szymula von Richter. Er glaubt an eine Rufmord-Kampagne, vermutlich aus Neid.

Tatsache ist aber auch, dass er sich diversen Schmerzensgeld-Prozessen stellen musste, weil Patientinnen mit seinen Operationen unzufrieden waren und sogar körperliche Schäden davontrugen.Im Dezember 2016 hatte das Landgericht den Busen-Doc etwa zur Zahlung von 68 000 Euro verurteilt. Trotz Berufsverbot will er nun seine Klinik „weiter ausbauen und verpachten“, wie er sagt. Das Urteil vom Verwaltungsgericht kann er erst in einigen Wochen einsehen.

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