Wem gehört die Kalaschnikow?

Gerichts-Zoff um eine Kriegswaffe

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Was wollte Bernd H. mit der Kalaschnikow?

München - Dieser Mann hat eine finstere Vergangenheit: Wegen Raubmordes war Bernd H. (53) zwei Jahrzente im Knast gesessen. Auch danach beging er viele Straftaten. Jetzt steht er wieder mal vor Gericht – weil er Kriegswaffen besessen haben soll.

Ein Sturmgewehr Kalaschnikow AK 47 samt fast 300 Schuss Munition (darunter 22 Brandgeschosse) und ein halbautomatisches Gewehr (Kaliber 22) haben Polizeibeamte in seiner früheren Wohnung im abgelegenen Fußbergmoos bei Maisach entdeckt. Dort hatte sich Bernd H. jahrelang versteckt, nachdem er im Jahr 2004 aus der Krankenabteilung der JVA Amberg geflüchtet und untergetaucht war.

Den Mietvertrag hatte Bernd H. als „Bert Stauffenberg“ unterschrieben. Sein Vermieter Franz H. habe aber gewusst, dass er ein polizeilich gesuchter Straftäter ist, behauptet der Angeklagte. Aber Franz H. sei selbst ein Krimineller, ein ganz schlimmer sogar, erzählt Bernd H. in einer langatmigen Erklärung.

Wahrheit oder Märchen vor Gericht?

„Der hat mit Waffen gehandelt“, berichtet Bernd H. Sogar ein schweres Maschinengewehr habe er in der Garage seines Vermieters gesehen. Außerdem habe Franz mit verbotenem Nazikram wie „Sieg-Heil“-T-Shirts gehandelt. Wahrheit oder ein Märchen?

2012 wurde für Bernd H. der Boden zu heiß im einsamen Moos. Ein Polizeifahrzeug sei durch die Straße gefahren, offenbar auf der Suche nach ihm. Der Flüchtling tauchte bei seiner Freundin unter, wurde aber im Sommer 2013 doch gefasst. Bei seiner Flucht ließ er die Waffen und die Munition laut Anklage in der Wohnung zurück, wo sie bei einer Durchsuchung entdeckt wurde. Der Angeklagte: „Ich habe mit diesen Waffen nie etwas zu tun gehabt.“ Der Prozess geht weiter.

E. Unfried

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