Gericht entscheidet hart

Mieter fliegt, weil er lügt

München - Die Wohnungslage in München ist hart. So hart, dass sich ein Familienvater dazu hinreißen ließ, zu lügen. Die Folge: Die rechtskonforme fristlose Kündigung.

Endlich eine passende Wohnung finden – schön, bezahlbar und gerne auch in guter Lage. Davon träumen tausende Münchner und viele, die es gerne werden würden. Die Realität sieht leider oft anders aus: Ganze Straßenzüge stehen bei Massenbesichtigungen voll mit Bewerbern, teilweise suchen sie jahrelang. Der Münchner Mietmarkt ist knüppelhart – das ist bundesweit bekannt. Wer in die nähere Auswahl eines Vermieters kommt, sollte aber genaue Angaben machen und nicht übertreiben. Denn das kann bittere Konsequenzen haben, wie ein Urteil des Amtsgerichts zeigt.

Ein Ehepaar mit zwei Kindern (13 und 16) hatte im Mai 2013 ein Haus in Grünwald gemietet. Kosten: 3730 Euro pro Monat. Bei der Selbstauskunft hatte der Vater (50) bei seinem Gehalt aber geschummelt. Er gab an, als Selbständiger ein Jahreseinkommen von mehr als 120 000 Euro zu haben. Seine drei Jahre jüngere Ehefrau verdiente als Angestellte angeblich mehr als 22 000 Euro. Die Mieter erklärten außerdem, dass es in den vorherigen fünf Jahren keine Zahlungsprobleme gegeben hätte. Die Miete in Grünwald zahlten sie aber erst nach Mahnung und waren ständig im Rückstand. Die Folge: Am 23. Oktober 2014 erhielten sie die fristlose Kündigung. Zurecht, wie das Amtsgericht entschied. Denn die Mieter hatten bewusst wahrheitswidrige Angaben gemacht und die falsche Bonität nur vorgespielt, um den Mietvertrag zu erschleichen. Das ist nicht erlaubt. Auch die Berufung der Mieter wurde inzwischen abgewiesen. 

thi

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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