Sachsens Ministerpräsident Tillich tritt zurück

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Festnahme nach Badeurlaub

Gerichtsgutachter eine Nacht in Haft

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Der Münchner Gerichtsgutachter Dr. Thomas Sch. (59) ist wieder auf freiem Fuß.

Der Münchner Gerichtsgutachter Dr. Thomas Sch. (59) ist wieder auf freiem Fuß. Der Mediziner, der von einer medikamentenabhängigen Staatsanwältin Sex gegen Tabletten gefordert haben soll, war Ende vergangener Woche am Flughafen München festgenommen worden.

Er kam aus Teneriffa. Nach einer Nacht im Polizeigewahrsam setzte das Landgericht München II den Haftbefehl außer Vollzug und ordnete strenge Auflagen an. Der 59-Jährige muss sich nun zweimal wöchentlich bei der Polizei melden und eine Bankbürgschaft über 70 000 Euro auftreiben. Außerdem darf er Deutschland nicht mehr verlassen.

Eigentlich hätte das Landgericht am 20. Februar das Urteil sprechen wollen. Doch der angeklagte Psychiater erschien nicht zum Prozess. Das Verfahren, das im November 2014 begonnen hatte, platzte. Als Entschuldigung für sein Fernbleiben gab der 59-Jährige einen Badeunfall an. Nach Auskunft seiner Verteidiger Matthias Nanz und Sewarion Kirkitadse war der Mediziner von einer kräftigen Welle mit dem Rücken gegen einen Felsen gedrückt worden. Dabei kam es zu einer schmerzhaften Verengung des Nervenkanals.

Weil die Angaben im Arztbericht mehr als widersprüchlich waren und das Attest zudem erst mit viertägiger Verspätung eintraf, fühlten sich die Richter brüskiert.

Bei der Haftbefehlseröffnung ordneten sie die Entnahme von Urin- Blut- und Haarproben an, um die Aussagen des Angeklagten zu überprüfen. Der hatte angegeben, er sei aufgrund der Verletzung reiseunfähig gewesen. Zudem hätte er massive schmerzlindernde Medikamente einnehmen müssen. Der Nachweis dieser Behauptung soll nun über die Proben erbracht werden. Doch bis diese Ergebnisse vorliegen, werden wohl zwei Wochen vergehen. Verteidiger Kirkitadse hielt einen Verbleib seines Mandanten in der U-Haft für unverhältnismäßig. Und auch das Gericht unter Vorsitz von Martin Rieder hatte ein Einsehen.

Im Juni soll der Prozess neu aufgerollt werden. Dann müssen alle Beteiligten und Zeugen noch einmal aussagen. Dem Gerichtsgutachter wird vorgeworfen, eine frühere Staatsanwältin sexuell missbraucht zu haben. Er soll der medikamentensüchtigen Juristin 2010 ein Präparat mit dem abhängig machenden Stoff Benzodiazepin verschrieben und ihr auch Blankorezepte überlassen haben. Im Gegenzug versprach sie ihm Sex. Vor Gericht hat der 59-Jährige die Anschuldigungen bestritten.

Angela Walser

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