Katastrophale Umstände bei Altenpflegerin 

Gerichtsprozess um Hunde-Elend

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Hundehalterin Tanja K. (50) am Freitag vor dem Amtsgericht.

München - Sie träumte von einer Wohngruppe für zuckerkranke Senioren und ihre Hunde: Eine ganzheitliche Therapieeinrichtung für Mensch und Tier sollte das werden. So weit der Traum, doch in der Realität sah die Sache anders aus.

Bei einem nicht angemeldeten Besuch im Hause der Gräfelfinger Altenpflegerin Tanja K. (50, Name geändert) fand Amtstierarzt Dietrich Holtkamp in zwei Zimmern im ersten Stock mehrere Hunde unter katastrophalen Umständen vor. Vor dem Münchner Amtsgericht geht es für Tanja K. nach Angaben ihres Anwalts Henning Störmer um 1000 Euro Geldbuße. Zudem will sie die Hunde offenbar zurückhaben.

Tierheimchefin Sandra Giltner.

Es stank nach Kot und Urin, die Tiere wirkten verstört, schlecht sozialisiert und gestresst. Neun von elf Hunden waren angeblich Pflegetiere, darunter vier von erkrankten Patienten. Der Amtsarzt setzte Tanja K. eine enge Frist, die heimliche Hundepension sofort aufzulösen. Das war im Februar 2013. Auch der Nachbarin war nicht entgangen, dass nebenan Chaos herrschte: „Die Jalousien blieben immer geschlossen. Es roch schlecht.“ Manchmal soll K. die Tiere aggressiv angebrüllt haben: „Haltet die Schnauze!“ Am Nachmittag des 7. April ließ der Untermieter den Bruder des Vermieters heimlich ins Haus. Der war entsetzt. Als Tanja K. von dem Besuch erfuhr, geriet sie in Panik. Die Nachbarin sah, wie sie am 8. April neun Hunde (in Boxen gepfercht) in ihr Auto trug. Den Mercedes stellte sie nahe ihres Arbeitsplatzes in einer Gräfelfinger Klinik ab. Dort fand die Nachbarin das Auto. Kot und Urin quollen aus der Heckklappe, die Scheiben war beschlagen, drinnen herrschte Chaos. Sie rief die Polizei, Die Hunde wurden beschlagnahmt.

Der Prozess wird am 12. März fortgesetzt. Dann kommt auch die Münchner Tierheim-Chefin Dr. Sandra Giltner (37) zu Wort, in deren Obhut sich die teilweise heute noch schwer gestörten Hunde befinden. Geklärt werden muss auch, ob Tanja K. finanzielle Motive hatte.  

Dorita Plange

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