Gerichtsprozess nach Prügelattacke

Heino Ferchs K.o. kostet 300.000 Euro

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Heino Ferchs Frau Marie-Jeanette stand gestern ihrem Mann vor Gericht zur Seite.

München - Vor dem Amtsgericht begann am Montag der Prozess um die Wiesn-Schlägerei aus dem vergangenen Jahr, bei der Schauspiel-Star Heino Ferch schwer verletzt wurde. Die mutmaßlichen Täter rechtfertigen sich.

Markus S. und Steve R. (l.) sollen Heino Ferch im Heart (r.) geschlagen und getreten haben.

Es war eine Nacht, die er nie vergessen wird: Am 28. September feierte Heino Ferch (52) nach seinem Wiesn-Besuch im Käfer-Zelt noch im Heart-Club am Lenbachplatz weiter. Dort geriet der Schauspiel-Star in eine üble Schlägerei, bei der er Platzwunden und Prellungen davontrug. Zwei Wochen lang war Ferch krankgeschrieben, weil sein Gesicht zugeschwollen war. Für den Film "Fritz Lang – der Andere in uns" konnte er deshalb nicht vor der Kamera stehen. Vor Gericht kommt nun heraus: Ferch K.o. kostete 300 000 Euro! Den Schaden fordert die Drehausfallversicherung von Steve R. (32) und Markus S. (31) zurück. Beide müssen sich vor dem Amtsgericht wegen Körperverletzung verantworten.

Laut Anklage zerrten sie den Schauspieler aus dem VIP-Bereich, schlugen und traten heftig auf ihn ein. Ein Wortgefecht soll den Streit ausgelöst haben. „Der Laden war unglaublich voll, beinahe bedrohlich“, sagt Ferch. „Die beiden Herren lehnten sich erst an unseren Tisch und setzten sich dann darauf. Als ich sie aufforderte wegzugehen, beschimpften sie mich sofort.“ Danach eskaliert die Situation!

„Als ich aufstand, verspürte ich einen Schlag, wurde gepackt und auf den Boden gezogen“, sagt Ferch. Dort traten die Männer angeblich zehn Mal auf ihn ein! „Ich hatte starke Schmerzen. Im Gesicht, am Ellenbogen – und am Knie habe ich geblutet. Während der Attacke lag ich am Boden und habe mir die Hände über den Kopf gehalten“ schildert Ferch. „Am Kopf hatte ich rechts einen Schuhabdruck und vier Wochen lang Schmerzen.“

Auch ein Jahr nach dem brutalen Angriff sind die Folgen noch zu spüren. Ferch wirkt angeschlagen und blass, als er über die Horrornacht spricht, die für ihn in der Notaufnahme endete. Seine Frau Marie-Jeanette (40) musste alles mit ansehen. Sie bricht im Zeugenstand in heftige Tränen aus, als sie erzählt, wie sie sich auf ihren Mann warf, um seinen Kopf zu schützen. „Ich dachte, sie bringen ihn um.“

Sicherheitsmänner retten schließlich den Schauspieler. Kurz darauf nimmt die Polizei Steve R., damals Oberliga-Fußballer bei Lok Leipzig, und seinen Spezl Markus S. fest. Beide behaupten vor Gericht, sich nur gewehrt zu haben. „Ich wurde gegen den Tisch von Herrn Ferch geschubst, den ich zunächst gar nicht erkannte. Er war sauer, warf Eiswürfel auf mich“, sagt S. aus. Als Steve R. die Situation klären will, habe Ferch ihn sofort geschlagen. „Mit der Faust, meine Augenbraue platzte auf“, sagt R. Ferch bestreitet das: „Ich habe definitiv nicht den ersten Schlag geführt.“

Knapp eine Stunde lang dauert die Aussage des Schauspielers, der zwei Wochen nach dem Vorfall wieder vor dem Kamera stand. Den beiden Schlägern droht eine Haftstrafe.

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