Abhängige Staatsanwältin war sein Opfer

Juristin sexuell missbraucht: Gerichtspsychiater verurteilt

München - Wegen sexuellen Missbrauchs einer medikamentenabhängigen Staatsanwältin ist ein Gerichtspsychiater vom Münchner Landgericht am Mittwoch zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten und 30 000 Euro Geldbuße verurteilt worden.

Die Strafkammer hielt es nach mehrwöchiger Beweisaufnahme für erwiesen, dass der Angeklagte 2010 das Behandlungsverhältnis zu der Juristin zur Aufnahme einer sexuellen Beziehung ausnutzte.

Initiatorin war laut Urteil die Staatsanwältin. Das wurde zugunsten des Mediziners berücksichtigt. Der 60-Jährige habe ferner im Vorfeld des Prozesses mit der Juristin einen Täter-Opfer-Ausgleich vereinbart. Die 45-Jährige wurde wegen des Drogendelikts und Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe verurteilt, sie ist inzwischen im vorläufigen Ruhestand.

Für den Psychiater wirkten sich strafmildernd auch die beruflichen Folgen durch die Verurteilung aus. Ferner liege die Verfehlung schon einige Jahre zurück. Die Ermittlungen gegen den Angeklagten waren Folge des Verfahrens gegen die Staatsanwältin. Auf deren Schreibtisch hatten Vorgesetzte 2010 ein von ihr gefälschtes Rezept gefunden. Der Angeklagte hatte ihr neben den Medikamenten auch Blankorezepte überlassen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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