Gerichtsstreit um Luxusschlitten

Lamborghini nach Kontrolle beschädigt - Fahrer verklagt TÜV

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Matthias S. (27) am Mittwoch vor dem Landgericht: Er versucht per Klage durchzusetzen, dass der TÜV ihm den 15 000-Euro-Schaden an seinem Lamborghini ersetzen muss.

München - Als ein Mann seinen Lamborghini von einer TÜV-Kontrolle abholte, war das Luxusauto beschädigt - er verklagte die Behöre deswegen. Nun soll ein Vergleich den Rechtsstreit lösen. 

Jahrelang hatte er gespart und sogar zwei Autos und Motorräder verkauft. Dann endlich hatte Matthias S. (27) das Geld zusammen, um sich seinen großen Traum zu erfüllen: einen Lamborghini Gallardo 140 – mit satten 600 PS und 340 km/h Spitzengeschwindigkeit. „Es ist ein Prototyp“, sagt der stolze Besitzer. „Ihn gibt es so nur einmal auf der Welt.“

Einzigartig ist aber auch die Lautstärke seines Turbomotors: Mit satten 139 Dezibel soll der Lamborghini-Motor geröhrt haben. So hat es die Verkehrspolizei bei einer Kontrolle am 5. Oktober 2014 in Gilching gemessen – und den Superflitzer sofort sichergestellt. Denn erlaubt sind im Freistaat nur 75 Dezibel, damit es auf der Straße nicht zugeht wie auf der Rennstrecke.

Hat satte 600 PS: Der Lamborghini Gallardo von Matthias S. – TÜV-Prüfer sollen ihn aus Versehen zerkratzt haben.

Zur Verwahrstelle in Trudering durfte Matthias S. seinen Lamborghini noch selbst fahren. Danach sahen sich TÜV-Prüfer das Geschoss genauer an – insgesamt zehn Tage lang. Als der Besitzer seinen Lamborghini wieder abholen durfte, traute er aber seinen Augen kaum. „Es waren lauter Kratzer am Fahrzeug“, behauptet Matthias S. „Außerdem wurden Einzelteile der Verkleidung abmontiert. Die Mitarbeiter übergaben sie mir in einer Einkaufstüte.“ Für den Lamborghini-Liebhaber ein Schock! Er trug angeblich einen Schaden von 15 000 Euro davon und verklagte deshalb den TÜV.

Ein Schaden von 15 000 Euro Schaden ist an dem Luxusflitzer entstanden. 

Am Landgericht wurden gestern die Mängel genau aufgelistet: Steinschlag an der Scheibe, Front- und Heckspoiler verkratzt, Lüftungsgitter gebrochen und Heckschürze beschädigt, dazu etliche Lackabplatzer. „Das passiert nicht mal eben so“, sagt Matthias S. Sein Verdacht: Die TÜV-Prüfer haben seinen Schlitten bewegt und dabei stark beschädigt – bei der geringen Bodenfreiheit des Lamborghinis wäre das auch kein Wunder. „Es ist klar zu sehen, dass die Verkleidung zweimal den Boden berührt hat“, sagt Matthias S. Der TÜV hingegen behauptet, S. habe einen Großteil der Schäden selbst verursacht, als er seinen Lamborghini mit einem Anhänger abgeholt hat. Dabei soll er aufgesessen sein.

Den Gerichtszoff will Anwalt Matthias Schwarzer nun mit einem Vergleich beilegen: Demnach soll der TÜV 10 000 Euro an Matthias S. zahlen und der Besitzer den Rest des Schadens. Bis Mitte Januar kann sich der TÜV dazu äußern. 

A. Thieme

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