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Münchner Südwesten entwickelt sich rasant

U5-Verlängerung und ein Badesee: Das sind die Pläne für Germering

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Sieht so die künftige Grünfläche bei Germering aus?

Für einen Badesee im neuen Stadtviertel Freiham gibt es nun konkrete Pläne. Er könnte westlich der A99 vor den Toren Germerings entstehen. Die Stadt prüft überdies eine Verlängerung der U5.

München - Die OB-Kandidatin der Münchner Grünen, Katrin Habenschaden, hatte schon Ende Juli vorgeschlagen, den in Freiham geplanten Landschaftspark um einen Badesee zu erweitern. Doch das Baureferat hat dies aus Platzgründen ausgeschlossen. Nachdem die Rathaus-Fraktionen von CSU und SPD sich ebenfalls für den neuen See ausgesprochen haben, kommt nun Bewegung in die Sache. 

Der Zweckverband Freiham hat einen möglichen Standort für ein Naherholungsgebiet inklusive Badesee aufgezeigt. Der Standort läge laut Kommunalreferat westlich der A 99, nördlich der Bodenseestraße und östlich der Bebauung Germerings. Davon umfasst die Fläche des Zweckverbands Freiham rund acht Hektar und bildet mit dem angrenzenden städtischen Grundbesitz ein etwa 20 Hektar großes Gebiet. Die Größenverhältnisse würden dem Umriss des Riemer Badesees entsprechen.

Machbarkeitsstudie erforderlich für den Badesee

Der 1966 gegründete Zweckverband Freiham ist für die Entwicklung des neuen Stadtteils ein wichtiger Baustein in der strategischen Grundstücksvorratspolitik. Für den Badesee muss dem Kommunalreferat zufolge zunächst eine Machbarkeitsstudie vorbereitet und vom Münchner Stadtrat beauftragt werden. Eine Beschlussvorlage dazu sei in Arbeit. Die Stadt Germering solle bei allen Schritten eingebunden werden. Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) spricht von einer Chance für den Münchner Westen: „Zur neuen Infrastruktur gehören Erholungsmöglichkeiten, damit sich die Menschen wohlfühlen.“ Die Seen in der Umgebung hätten nämlich keine Kapazitäten mehr, viele zusätzliche Erholungssuchende aufzunehmen. Auch der Vorsitzende des Bezirksausschusses Aubing-Lochhausen-Langwied, Sebastian Kriesel (CSU), begrüßt den möglichen Standort eines Erholungsgebietes.

Hier könnte der neue Badesee entstehen.

In Zusammenhang mit der Besiedlung Freihams könnte ein weiteres Projekt aufs Tapet kommen: die Verlängerung der U5 über Freiham hinaus. Die Kreisstadt Germering hatte dies schon vor dreieinhalb Jahren gefordert. Nun scheint auch München dem Projekt aufgeschlossen gegenüberzustehen. Ein Sprecher des Planungsreferats bestätigte: „Wir wollen ein gemeinsames Vorgehen mit Germering abstimmen.“ Die Untersuchungen stünden aber noch im Anfangsstadium.

Rathaus-Regierung sendet positive Signale

Auch von der Rathaus-Regierung aus SPD und CSU gibt es positive Signale. Und da spielt der Badesee durchaus eine Rolle. Sinnvoll wäre für diesen Fall natürlich eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, heißt es. In Freiham wächst derzeit ein Stadtteil mit mindestens 25 000 neuen Einwohnern heran. Vor allem die CSU war ja schon treibende Kraft bei der bereits beschlossenen Verlängerung vom Laimer Platz über Pasing bis nach Freiham. Auch der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Christian Müller, sagt: „Das Erholungsgebiet wäre ein weiterer Grund, dieses Projekt zu forcieren.“

Prinzipiell hält es Müller aus umweltpolitischen Gründen für nicht sinnvoll, die U-Bahn in Freiham enden zu lassen. So sieht das auch OB Dieter Reiter (SPD): „Ich stehe allen Ideen aufgeschlossen gegenüber, durch die verhindert wird, dass jeden Tag tausende Pendler aus der Region München mit dem eigenen Pkw in die Stadt fahren.“ Allerdings müssten Fragen wie technische Machbarkeit oder Finanzierung geklärt werden. Laut Planungsreferat werden die Überlegungen zur U-Bahn-Verlängerung am 22. Oktober von der Münchner Behörde im Germeringer Planungsausschuss vorgestellt.

750 Millionen teuerer Ausbau?

Germerings Dritter Bürgermeister Helmut Ankenbrand (SPD) nahm die Tatsache, dass sich jetzt auch die Landeshauptstadt für eine Verlängerung der U-Bahn einsetzt, mit Freude zur Kenntnis. Allerdings sei München bisher noch nicht mit der Germeringer Stadtspitze in Kontakt getreten. Positiv überrascht vom Münchner Vorstoß sei er vor allem, weil die Landeshaupstadt bisher eher zurückhaltend auf die Germeringer Vorstellungen reagiert habe. Ankenbrand, der zurzeit den urlaubenden OB Andreas Haas (CSU) vertritt, berichtet aber auch, dass es schon im Vorjahr auf Verwaltungsebene erste Gespräche wegen der U-Bahn-Verlängerung gegeben habe. Stadtwerkeleiter Roland Schmidt – er ist in Germering für den ÖPNV zuständig – und Stadtbaumeister Jürgen Thum haben sich laut Ankenbrand deswegen zweimal mit Vertretern des MVG getroffen.

Das Problem: Neben den ungeklärten Kosten und der Frage der Aufteilung – die Rede ist von einer ähnlichen Summe wie beim 750 Millionen Euro teuren Ausbau zwischen Pasing und Freiham – ist auch die Zeitschiene noch in keinster Weise absehbar. Derzeit endet die U5 am Laimer Platz. Der Baubeginn für den 3,8 Kilometer langen Abschnitt bis nach Pasing mit drei neuen Bahnhöfen ist für 2021 vorgesehen. Als Bauzeit werden sechs bis acht Jahre anberaumt. Erst danach wird der 4,5 Kilometer lange Abschnitt von Pasing bis Freiham (vier neue Bahnhöfe) in Angriff genommen. Mit einer Inbetriebnahme dieser Strecke wird erst zwischen 2035 und 2040 gerechnet. Bis zum Zielbahnhof Germering ist es also auch zeitlich gesehen ein weiter Weg.

Klaus Vick und Klaus Greif

Zu einer Massenschlägerei ist es auf dem Volksfest in Neufahrn gekommen. Laut Notruf kam es dabei auch zu einem oder mehreren Schüssen. Die Polizei sucht dringend Zeugen.

Feuerwehreinsatz im U-Bahn-Tunnel: Etwa 100 Fahrgäste mussten am Montagvormittag nach einem Brand auf der Linie der U2 gerettet werden.

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