Liebhaber der Tochter angegriffen

Geständnis im Prozess um messerstechenden Vater

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Der 51-Jährige Täter hat am Dienstag vor Gericht zugegeben auf den Liebhaber seiner Tochter losgegangen zu sein.

München - Wegen einem eskalierenden Streit mit dem verheirateten Liebhaber seiner Tochter ging der 51-Jährige Vater auf den Mann los. Nun hat er vor Gericht gestanden.

Ein türkischer Familienvater hat vor dem Münchner Schwurgericht zugegeben, den verheirateten Freund seiner 18-jährigen Tochter mit einem Messer verletzt zu haben. Er habe den Mann aber nicht töten wollen, verteidigte sich der Landschaftsgärtner zum Prozessauftakt am Dienstag gegen den Vorwurf des versuchten Mordes. Tatsächlich hatte das Opfer bei dem Angriff im Dezember 2013 lediglich zwei Stiche von einem halben Zentimeter Tiefe an Brust und Oberarm davongetragen.

Die Tochter des Angeklagten hatte damals seit einigen Monaten eine Affäre mit dem fast doppelt so alten verheirateten Mann. Deswegen gab es laut Anklage regelmäßig Streit zwischen Vater und Tochter, der 51-Jährige habe wiederholt Todesdrohungen gegen das spätere Opfer geäußert. Dem widersprach der Angeklagte. Seine Tochter sei verliebt gewesen, „ich war anfangs dagegen, aber wir haben uns nicht eingemischt“.

Am Tatabend hat er nach seinen Worten bei einem Anruf des Freundes behauptet, seine Tochter schlafe, tatsächlich habe sie sich von der Nachbarin die Haare färben lassen. Diese harmlose Lüge habe ihn in die spätere Situation gebracht. Der Anrufer soll ihn beschimpft und aufgefordert haben, zu ihm zu kommen. Er sei gemeinsam mit der Tochter von Fürstenfeldbruck nach München gefahren, wo man sich in einer Diskothek am Ostbahnhof traf. Bei dem folgenden Gespräch „hatte ich den Eindruck, dass er meine Tochter für eine Hure hält“, dass er nur an Sex mit der 18-Jährigen interessiert sei.

Auf der Straße ging die Auseinandersetzung weiter. „Er machte eine Faust, als wolle er mich angreifen“, schilderte der Angeklagte, „ich bekam Angst“. Mit dem Messer in der Hand habe er „eine leichte Bewegung gemacht“. Als der Andere sich an die Brust griff, „merkte ich, dass ich ihn verletzt hatte, das tat mir sehr leid“. Laut Anklage mussten drei Bahnpolizisten den 51-Jährigen von dem Opfer weg zerren. - Der Prozess dauert an.

dpa

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