Das Geständnis des Schäftlarn-Killers

Top-Anwalt hat seine Frau brutal erstochen

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Michael N. ließ am Dienstag von seinem Anwalt ein Geständnis zum Blutbad im schmücken Haus verlesen.

München - Es sind Sätze, die so viel Wucht haben, dass Michael N. (47) nicht die Courage aufbringt, sie selbst auszusprechen. "Ich habe meinen Kindern die Mutter genommen", lässt er durch seinen Anwalt verlesen.

„Ich gestehe die Tötung. Aber es war kein Mord, die Heimtücke bestreite ich.“ Es ist das Geständnis des Schäftlarn-Killers! Am 25. Juni 2012 hatte Michael N. seine Ehefrau Sandra brutal erstochen. Gestern räumte er die Bluttat vollständig ein – im Prozess will er aber auf eine Verurteilung wegen Totschlags hinaus…

Am zweiten Verhandlungstag weint der frühere Top-Anwalt wieder bittere Tränen. Seine Finger krallen ineinander, noch immer trägt Michael N. den Ehering – und schlägt die Hände vor’s Gesicht, als drei Polizisten Details vom Tatort schildern. „Ich ging mit vorgehaltener Waffe zum Haus. Der Täter kam mir im weißen T-Shirt entgegen, er lief mit Socken über die Wiese und sagte mit ganz ruhiger Stimme: ‚Ich ergebe mich. Das Messer steckt noch in ihr drin.‘ Er hat sich widerstandslos festnehmen lassen“, sagt Felix D. aus. Im Haus sieht er N.’s Tochter Tabea (6): „Sie stand starr in der Küche. Zwei Meter entfernt lag die blutüberströmte Mutter rücklings am Boden. Das Messer steckte im Brustkorb, durchgerammt bis zum Griff.“ Der Beamte schickt sie zu einer Kollegin und beginnt mit der Wiederbelebung. „Ich sah sechs Einstichstellen in der Herzgegend, das Blut quoll heraus. Die ganze Küche war verschmiert, die Frau hatte sich wohl versucht festzuhalten.“ Um 19.48 Uhr erklärt die Notärztin Sandra N. für tot.

„Wann wache ich endlich auf, das darf nicht wahr sein“, soll N. in der Vernehmung gesagt haben. Vor Gericht schluckt er schwer, wirkt gebrochen. Beamten erzählte er von der SMS auf dem Handy seiner Frau – sie stammte wohl von einem Liebhaber. „Als er sie darauf ansprach, habe sie ihn nur ausgelacht.“ Kurz darauf ist Sandra N. tot – erstochen vom eigenen Ehemann.

Andreas Thieme

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