Schrecklicher Unfall: Mann wird von U-Bahn mitgeschleift und stirbt

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Das Geständnis des Mario S.

Westend-Entführer: Geldnot als Tatmotiv

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Mario S. (52) hat die Entführung der Bankers-Frau gestanden.

München - "Es tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht.“ Mit diesen Worten hat sich der Entführer (52) der Bankers-Gattin aus Ottobrunn im Rahmen seiner Vernehmung für seine Tat entschuldigt.

Wie berichtet, landeten am Donnerstag Zielfahnder der Münchner Polizei mit Mario S. mit einer Maschine aus Thailand am Flughafen im Erdinger Moos. „Er hat inzwischen umfassende Angaben gemacht und die Entführung eingeräumt“, berichtete Herbert Linder, Vizechef der Münchner Mordkommission.

Im Mai war Mario S., der mit seiner jungen Frau im Norden Thailands lebte, nach München gereist, um sich mit einer Entführung frisches Geld zu beschaffen. In plagten finanzielle Sorgen. Er hatte ein schickes Haus gebaut und war mit seiner Frau viel herumgereist. Sein Vermögen, bestehend aus einer Abfindung und einem Hausverkauf bei Garmisch, im höheren sechsstelligen Bereich, war deshalb dramatisch zur Neige gegangen. Er pflegte eben einen Lebensstil, der auch für Thailand zu teuer ist.

Im Westend bezog er schließlich eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in der Bergmannstraße. Diese Unterkunft hatte der IT-Fachmann bereits in Thailand übers Internet angemietet. „München hat er sich ausgesucht, weil er hier mehr als zehn Jahre gearbeitet hatte“, sagt Erster Kriminalhauptkommissar Herbert Linder.

Unglaublich: Sein Opfer hatte sich Mario S. ebenfalls übers Internet gesucht. Auf der Homepage der Stadtsparkasse war Mario S. fündig geworden: Er entdeckte einen „Generalbevollmächtigten“, von dem er glaubte, dieser habe schnell die Möglichkeit, mehrere Millionen Euro zu beschaffen. Die Adresse des Managers fand Mario S. im Telefonbuch. Die Gewohnheiten der Familie spähte er daraufhin ein paar Tage lang aus.

Am 10. Juni entführte er die Ehefrau des Bankers, indem er sie mit einer Softair-Waffe bedrohte. Die täuschend echt aussehende Waffe hatte er sich ebenfalls in München besorgt. Den Sohn seines Opfers (12) ließ er gefesselt zurück. Ebenso einen Erpresserbrief mit einer Lösegeldforderung von 2,5 Millionen Euro. Auf der Fahrt nach München gab Mario S. gegenüber seinem Opfer an, die Sparkasse habe 1,5 Millionen seines Geldes verspekuliert. Tatsächlich jedoch gab es keine Geschäftsbeziehung zu dem Geldinstitut.

Im Westend konnte sich die Bankers-Frau auf einem Lidl-Parkplatz von ihrem Entführer losreißen. Mario S. flüchtete zurück in seine gemietete Wohnung. Er rasierte sich seinen Bart ab und flog am Abend zurück nach Thailand zu seiner ahnungslosen Frau. Hier wurde er am 26. Juni festgenommen und am vergangenen Donnerstag nach München abgeschoben.

JAM

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