Stinkbomben-Terror in der Nobeldisco

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Der Unbekannte schmeißt die Stinkbomben immer auf den Boden der Tanzfläche.

München - Angriff auf den "baby-Club"! Seit Monaten terrorisiert ein Stammgast die Nobel-Diskothek mit ekligem Gestank. Er hat schon elf Mal zugeschlagen. Die Hintergründe sind rätselhaft.

Meist nach Mitternacht lässt er Stinkbomben auf der Tanzfläche platzen oder träufelt Buttersäure auf den Boden des Szene-Clubs, in dem schon Hollywood-Star Josh Hartnett und Skandal-Rocker Pete Doherty abfeierten. Elf Mal hat der Unbekannte im vergangenen halben Jahr bereits zugeschlagen!

Folge: unerträglicher Geruch nach faulen Eiern und Fluchtreflex der Gäste in dem engen Laden. „Es ist wirklich furchtbar“, schildert Nikias Hofmann, neben Ayhan Durak und Daniel Laurent einer der Club Betreiber. „Das ging Ende vergangenen Jahres los. Dann war es mal etwas besser. Seit zwei Wochen sind die Vorfälle wieder sehr konstant.“ Hofmann und seine Kollegen rätseln, wer hinter den Anschlägen steckt. Mittlerweile haben sie die Polizei eingeschaltet, Überwachungskameras installiert und eine Belohnung von 1000 Euro ausgelobt, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führt. „Die Polizei hat erst mal gefragt, wer ein Motiv haben könnte und dabei auch Richtung Konkurrenz gefragt“, sagt Hofmann, der auch selbst als DJ in seinem Laden auflegt. „Aber das kann ich weitgehend ausschließen, das kann ja jedem anderen Wirt auch passieren.“

Kollege Florian Faltenbacher von der „Milchbar“ hat nach Angaben von Hofmann das „Kopfgeld“ gar um 500 Euro aufgestockt. „Vielleicht will irgendjemand, dass wir aus der Location raus gehen“, mutmaßt der Szene-Gastronom. Er glaubt: Die Attacke ist nicht gegen ihn oder seine Partner, sondern lediglich gegen das „baby!“ gerichtet. „In unseren anderen Betrieben wie dem ,Heart‘ oder dem ‚Lenbach’s & Söhne‘ ist bislang nichts passiert.“

Die Kriminalpolizei hat unterdessen Proben von der stinkenden Flüssigkeit genommen und versucht, über die Herkunft an die Täter zu kommen. Mittels Überwachungskameras wollen die Wirte zudem die Verdächtigen identifizieren, die bei jedem der Vorfälle im Club waren. Auch Säurepapier haben die Wirte bereits besorgt. „Mit dem können wir an der Kleidung unserer Gäste nach einer Attacke nachweisen, ob er oder sie mit dem Zeug Kontakt hatten.“ Klingt nicht nach entspannter Party, wofür die Diskothek, in dem früher mal Eckart Witzigmanns „Aubergine“ residierte, steht, sondern eher nach „Aktenzeichen XY ... ungelöst“.

 

„Was uns derzeit passiert, ist wahnsinnig geschäftsschädigend, das kann man mit terroristischen Attacken vergleichen“, klagt Hofmann. Denn es sind nicht nur die Umsatzeinbußen, sondern auch der Ruf als ausgelassene Party-Location, die für die Club-Macher auf dem Spiel stehen und an ihren Nerven zehren. Deshalb bittet er die Partygänger um Hinweise zum Täter per Mail an hello@babymunich.com oder telefonisch unter 0160/90900224. „Das werden wir auf Wunsch streng vertraulich behandeln.“

Thomas Oßwald

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