Sozialausschuss entscheidet

Gewalt gegen Frauen: Stadt schafft mehr Plätze für Opfer CSU fordert noch mehr

Symbolbild: Gewalt gegen Frauen
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In München sollen noch mehr Plätze für Frauen geschaffen werden, die Opfer von Gewalt geworden sind.

München schafft 48 weitere Plätze in Frauenhäusern. Sie richten sich speziell an Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen und zugleich psychisch krank oder suchtkrank sind, und ihre Kinder.

Dadurch entstehen Kosten von 3,6 Millionen Euro, die trotz anderer Vorgaben nicht voll vom Freistaat übernommen werden. Die SPD im Stadtrat fordert die Staatsregierung daher auf, ihrer Verantwortung nachzukommen und sich adäquat um die schutzbedürftigen Frauen zu kümmern. „Niemand muss häusliche Gewalt durch den Partner erdulden“, sagt SPD-Stadträtin Barbara Likus. Frauenhäuser böten hier einen Schutzraum und Hilfe auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben. „Deshalb steht es für uns außer Frage, dass wir die Plätze bei uns in München ausbauen. Land und Bund stehen aber in der Pflicht.“

Das Hilfenetz für Frauen in München ist vielfältig. Insgesamt gibt es 245 geschützte Plätze, davon 78 in Frauenhäusern, 55 Plätze in Karla 51, 48 im Haus Agnes und 64 Plätze im Haus für Mutter und Kind. Laut Istanbuler Konvention müssten es aber 156 Plätze in Frauenhäusern sein. Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichten sich die Mitgliedstaaten, gegen alle Formen von Gewalt vorzugehen.

Der CSU reichen die 48 zusätzlichen Plätze in Frauenhäusern daher nicht aus. Es bestehe schließlich ein Defizit von 54 Plätzen. „Diese Thematik darf von Seiten der Stadt nicht länger auf die lange Bank geschoben werden“, sagt CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann. „Denn es geht zu Lasten der Frauen, die von Gewalt bedroht sind. Diese betroffenen Frauen brauchen vor allem schnelle Hilfe.“

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