Gewaltexzess vor Disko: Täter müssen hinter Gitter

München - Fast vier Jahre nach dem Gewaltexzess vor einer Diskothek hat das Münchner Landgericht zwei junge Männer wegen Mordversuchs zu langen Haftstrafen verurteilt. Ihr Opfer leidet noch heute.

Die Jugendkammer verurteilte die beiden damals 19 Jahre alten Angeklagten zu acht Jahren beziehungsweise sechs Jahren und neun Monaten Gefängnis, wie eine Sprecherin mitteilte. Sie hatten im Mai 2007 gemeinsam mit einem flüchtigen dritten Mann bei einer Auseinandersetzung einem 22-Jährigen immer wieder mit voller Wucht gegen den Kopf getreten. Die Gesichtsknochen des Malers zersplitterten unter den Tritten, die Ärzte operierten ihm sieben Eisenplatten ein. Unter den Folgen leidet er noch heute.

Nur einer der Täter legte in dem mehrwöchigen Prozess ein umfassendes Geständnis ab. Er habe Angst gehabt, dass der andere “auf uns los geht“, führte er zu seiner Verteidigung an. Laut Zeugenaussagen traten alle drei Angreifer gegen den Kopf des Opfers “wie nach einem Fußball“. Sein Komplize wies die Verantwortung für die schweren Verletzungen von sich. Das Gericht erklärte das nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme für eine “Schutzbehauptung“. Die beiden Angeklagten waren in einem ersten Prozess Ende 2009 zu Strafen von neun und sieben Jahren verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob diese Entscheidung wegen eines Formfehlers auf. Das neue Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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