Und das nach Mieterhöhung

Bei der Gewofag wohnt München für 6,44 Euro!

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München - Münchens größte Vermieterin ist gleichzeitig die sozialste: Die städtische Gewofag vergibt 37 000 Wohnungen – für 6,44 Euro im Monat pro Quadratmeter kalt.

 „Die Gewofag beweist erneut, dass soziales Engagement, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit vereinbar sind“, freut sich OB Christian Ude (SPD). Denn gleichzeitig verbucht die städtische Gesellschaft für 2011 einen Gewinn von 31 Millionen Euro! Dabei verringerte sich das Ergebnis um zehn Millionen Euro im Vergleich zum Rekord im Vorjahr.

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Doch auch die sozialste Vermieterin erhöht die Miete: Im Jahr 2010 lag der Quadratmeter-Preis noch bei 6,28 Euro, im vergangenen Jahr kletterte er um 2,5 Prozent auf 6,44 Euro. Das ist aber immer noch weit entfernt vom Zehn-Euro-Mietspiegel! Doch für eine Gewofag-Wohnung brauchen die Interessenten einen Berechtigungsschein vom Wohnungsamt. Dann bekommen sie entweder ­eine der 13 000 klassischen Sozialwohnungen der ­Gewofag, die sogar nur 5,67 Euro kosten. Oder eines der frei finanzierten Apartments, die das Unternehmen aber gemäß eines Sozialmieten-Konzepts des Stadtrats für maximal 6,75 Euro vergibt. Nur ein kleiner Prozentsatz geht auf den freien Markt, dann verlangt die Gewofag den normalen Mietspiegel-Preis.

Ähnlich handelt auch die zweite städtische Gesellschaft GWG mit ihren rund 21 000 Wohnungen. Und die Gesellschaften bauen auch: Zwar stellte die Gewofag im vergangenen Jahr nur 295 Wohnungen fertig. Chefin Gordona Sommer kündigte aber an, bis 2020 rund 3700 neue Apartments für 740 Millionen Euro zu bauen. Außerdem sollen im gleichen Zeitraum 14 100 Wohnungen modernisiert werden – vor allem für den Klimaschutz. Das soll die Gewofag 410 Millionen Euro kosten.

DAC

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