Verpennt die Stadt eine wichtige Frist?

Giesing: Lärmschutzwand droht das Abstellgleis

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So würde die neue Lärmschutzwand an der Bahnbrücke über den Giesinger Berg aussehen - wenn die Stadt zustimmt.

München - Die geplante Lärmschutzwand in Giesing droht zu scheitern! Vier Jahre ist es her, dass die Bahn die Stadt München um eine Stellungnahme bat, wie sie einmal aussehen soll. Doch bislang ist nichts passiert

Die Frist für die Stellungnahme läuft Ende November aus. Müssen die Anwohner also auch weiterhin den Krach der unzähligen Güterzüge ertragen?

Die Vorbereitungen laufen schon.

„Wir hatten die Stadt 2008 gebeten, uns zu sagen, wie die neue Lärmschutzwand am Eisenbahn-Südring aussehen soll“, berichtet Franz Poschenrieder von der DB Projekt Bau. Die Bahn rüstet derzeit mit Geldern des Bundes alte Strecken mit Lärmschutzwänden nach. Dazu gehört auch der Südring, bei dem 70 bis 75 Dezibel die Regel sind. Das entspricht dem Lärm eines Staubsaugers aus rund einem Meter Entfernung.
Den Giesingern würde eine zwei Meter hohe Schallschutzwand aus Aluminium zustehen. „Auf Wunsch der Stadt planten wir sie drei Meter hoch“, so Poschenrieder. Die Farbe: Aluminium-Metallic. So weit so gut. Nur an den Brücken schieden sich die Geister. Auch dort plante die Bahn mehr als sie eigentlich muss: „Dort wird die Lärmschutzwand zwei Meter aus Acrylglas sein, ein Meter aus Aluminium“, so Poschenrieder. Doch als die Bahn in der jüngsten Sitzung der Stadtgestaltungskommission ihre Konstruktion vorstellte, kam ein vernichtendes Urteil: „Unangemessen aufdringlich“ sei der Entwurf. Ein Workshop sollte jetzt neue Vorschläge erarbeiten.

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Doch die Vorgaben für eine Lärmschutzwand sind eng: „Wir haben eine Liste von Bauteilen, die vom Eisenbahnbundesamt genehmigt sind“, so Poschenrieder. „Eine neue Kostruktion würde ein langfristiges Genehmigungsverfahren voraussetzen und sehr viel Geld kosten.“ Das müsste die Stadt übernehmen.

So lieferte die Bahn zwei neue Varianten, die die Stadtgestaltungskommission am Dienstag besprechen wird. Die Zeit drängt. Poschenrieder: „Wir könnten nächstes Jahr anfangen, wenn wir noch im November das Ja der Stadt bekommen.“ Die Wand wäre 2014 fertig. Und was, wenn nicht? „Die Mittel gibt es nur bis 2015“, so der Untergiesinger Bezirkschef Clemens Baumgärtner (CSU). „Wir haben das Beste herausgeholt und sollten jetzt zustimmen.“

Johannes Welte

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