Zwei Paare müssen ausziehen

Giesing: Vertreibung aus dem Paradies

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Hermann Suchoki und Horst Glässner

München - Zwei Paare müssen ihre paradiesischen Häuschen im Weißenseepark nach über 30 Jahren räumen, obwohl die Stadt München ihnen eigentlich ein lebenslanges Bleiberecht zugesprochen hatte.

Lange haben die letzten vier Bewohner der beiden Hexenhäusl am Giesinger Katzenbuckel gekämpft – jetzt sind die Tage des Paradieses am Franz-Eigl-Weg 16 und 22 endgültig gezählt. Die Stadt hat eine Petition des Bayerischen Landtags auf ein Bleiberecht der Bewohner zurückgewiesen – damit stirbt die wohl letzte Hoffnung von Renate (61) und Hermann (63) Suchoki sowie ihrer Nachbarn Horst Glässner (74) und Ursula Latzelsberger (62).

Schon seit über 30 Jahren wohnen die Suchokis in ihrem kleinen blauen Haus am Rande des Weißenseeparks, Horst Glässner von nebenan lebt dort seit fast 50 Jahren. Die Häuschen waren in den Nachkriegsjahren mehr oder weniger illegal errichtet worden. Denn sie stehen auf einem Grundstück, das 1970 im Flächennutzungsplan als öffentliche Grünfläche ausgewiesen wurde. Trotzdem tolerierte die Stadt die Bauten – bis jetzt. Denn der Grundstückseigentümer, eine Erbengemeinschaft, hat vergangenes Jahr das Areal an die Stadt verkauft. Diese übernimmt die Fläche allerdings nur in „geräumten Zustand“. Und darum müssen die Häusl weg.

„Als wir das erfahren haben, waren wir geschockt“, sagt Hermann Suchoki. „Schließlich hat man uns 2001 durch einen Stadtratsbeschluss lebenslanges Bleiberecht zugesagt.“ Dieser Beschluss ist jetzt wertlos, denn aus rechtlicher Sicht zählt der Pachtvertrag mehr als der Beschluss. „Das hat man uns nie gesagt. Man hat uns eine Beruhigungspille gegeben“, sagt Glässner.

Das Kommunalreferat sieht die Sache anders. „Das Bleiberecht bezog sich auf die Immobilie, nicht auf die Personen, die darin wohnen“, so Sprecher Bernd Plank. Daher blieb auch ein Antrag auf lebenslanges Wohnrecht durch den Bezirksausschuss Obergiesing-Fasangarten erfolglos. Bis Ende 2013 haben die Bewohner noch eine Gnadenfrist. „Danach stehen wir auf der Straße. In München können wir uns nichts anderes leisten“, sagt Glässner resigniert. Dann ist Schluss mit dem Paradies.

I. Steffens

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