2,4 Millionen Euro Beute

So ging die Panzerknacker-Bande vor

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Die Mitglieder der Panzerknacker-Bande auf der Anklagebank des Landgerichts.

München - Sie machten 2,4 Millionen Euro Beute in zehn Jahren: Vor Gericht berichten die Mitglieder der Panzerknacker-Bande detailliert von ihren Einbrüchen.

Jetzt geht’s den Einbrechern an den Kragen. Am Montag sagten die vier Mitglieder der Panzerknacker-Bande erstmals vor dem Landgericht aus und gestanden ihre Taten: 202 Einbrüche mit 2,4 Millionen Euro Beute über zehn Jahre hinweg. Dafür werden sie bald einsitzen.

„Ich kriege jede Tür und jedes Fenster in drei bis 30 Sekunden auf“, prahlte Nebojsa M. (37) gestern. Er ist der Kopf der Bande und muss längstens für zehn Jahre ins Gefängnis. „Es ist unglaublich, dass man solche guten Schraubenzieher hier überhaupt kaufen kann. Damit kann man ja nur einbrechen“, sagt er. Die Einbrüche plante M. selbst. Er kam jeweils über das Nachbargrundstück und stieg zwischen 18 und 20 Uhr in die Häuser ein. Einen Plan? Gab es nicht. „Wir sind einfach losgegangen und haben geschaut, was geht. Wo wir eingebrochen haben, war uns egal.“ Bargeld und Schmuck hätten er und seine Komplizen in Socken gesteckt, später verkauft und die Beute dann aufgeteilt.

Nur durch Daniela M. kam die Bande überhaupt an die noblen Adressen. „Es war meine eigene Idee, weil ich Geld für meine Kinder brauchte“, sagte die frühere Finanzamts-Angestellte. Sie war für die Datenerfassung von Einkommenssteuererklärungen zuständig. „Ich habe nur Leute rausgesucht, die ein Brutto-Gehalt um die 100.000 Euro hatten.“

Die Adressen schrieb sie auf Zettel, die sie Nebosja M. gab – ihrem Ehemann. Und profitierte später auch selbst von der Beute: „Er gab mir 10.000 Euro, damit ich Möbel kaufen kann.“ Dafür muss sie nun längstens dreieinhalb Jahre in Haft. Auch Einbruchs-Komplize Bogoljub P. (44) wird weggesperrt: für mehr als sieben Jahre. „Die Beute habe ich mit ausgewählt“, gab er zu. „Nebojsa hat mir immer etwas abgegeben. Die Beträge stimmten. Ich habe ihm vertraut.“ Für die Einbrüche ist er oft aus Serbien nach München gereist. „Wir haben die Häuser zwei Tage beobachtet.“

Gefahren hat Daniel P. (47) die Panzerknacker-Bande, anfangs war er angeblich ahnungslos. „Ich sollte vor dem Haus warten, manchmal dauerte es 45 Minuten. Da war mir schon klar, was die da treiben.“ Er gab auch zu, dass er selbst gestohlene Tresore transportiert hat. Ihn erwarten maximal drei Jahre und neun Monate Haft. Der Prozess dauert an.

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