Gipfeltreffen im Rathaus

Seehofer und Reiter diskutieren Flüchtlingskonzept

+
OB Dieter Reiter (SPD, rechts) empfing gestern Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU).

München - Kaum sind die Wahlen vorbei, geht es voran zwischen Freistaat und Stadt: Jetzt kommt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sogar zum Gipfeltreffen zu OB Dieter Reiter (SPD) ins Rathaus.

Das hat es seit Jahren nicht mehr gegeben! Und siehe da: Seehofer verspricht, mehr für Flüchtlinge zu tun. Und Reiter unterstützt die Suche nach einem neuen Konzertsaal – noch heuer soll eine Entscheidung fallen!

„Unsere Zusammenarbeit ist ausgesprochen vertrauensvoll“, schwärmt Seehofer nach dem einstündigen Gespräch – ohne Reiters Vorgänger Christian Ude (SPD) zu erwähnen. „Wir haben zwei bis drei wahlfreie Jahre. Das erhöht die Möglichkeit, Projekte ohne Eitelkeiten anzugehen.“ Wollte nicht die Münchner CSU die Beziehungen zum Freistaat verbessern? Deren Bürgermeister Josef Schmid ist beim Treffen gar nicht dabei. „Es ist gut, wenn sich die Regierungschefs unterhalten“, sagt Seehofer. Reiter lacht.

Zusammen empfingen sie die Münchner Fußball-Weltmeister. Reiter schrieb Seehofer wegen der Asyl-Probleme, der lud den OB darauf in die Staatskanzlei. Jetzt der hohe Besuch im Rathaus – und am Samstag schenkt Reiter Seehofer den ersten Liter Bier ein. „Ich werde ein paar Schritte zurücktreten“, scherzt der Ministerpräsident. „Aber wenn angestochen ist, werde ich wieder da sein.“ Wenn das nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ist …

Themen haben die beiden genug: Der Ministerpräsident versicherte, dass beim Asyl ein Sozialarbeiter auf 100 Flüchtlinge kommen soll. Außerdem soll die Stadt weniger junge Flüchtlinge unterbringen müssen – bislang sind es fast 2000. Einigkeit gab es beim Konzertsaal (wird gemeinsam probiert, vielleicht am Gasteig) und zweite S-Bahn-Stammstrecke (muss schnell her). Bei der dritten Startbahn bleibt der Streit – Seehofer will darüber reden, Reiter gar nicht.

David Costanzo

Auch interessant

Meistgelesen

Bettler-Alarm in der U-Bahn - MVG warnt vor der Musik-Masche
Bettler-Alarm in der U-Bahn - MVG warnt vor der Musik-Masche
Verbotener Tanz in Striptease-Bar: Razzia in der Maxvorstadt
Verbotener Tanz in Striptease-Bar: Razzia in der Maxvorstadt
Kostenexplosion! Münchner S-Bahn-Tunnel wird zum Milliardengrab
Kostenexplosion! Münchner S-Bahn-Tunnel wird zum Milliardengrab
Arnulfsteg kostet 26 Millionen Euro -Stammstrecke muss gesperrt werden  
Arnulfsteg kostet 26 Millionen Euro -Stammstrecke muss gesperrt werden  

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.