Pläne für Sicherheitssystem

Glasfronten für U-Bahnsteige?

Der Tod am U-Bahngleis gehört in München zum traurigen Alltag von MVG-Bediensteten, Sanitätern und Polizei. Immer wieder stürzen Betrunkene ins Gleisbett.

Oder aber es werfen sich Lebensmüde vor einen einfahrenden Zug – alleine zwischen 1980 und 2000 passierte das 334-mal. Für die U-Bahnfahrer sind diese Ereignisse ein Albtraum, der psychisch kaum zu bewältigen ist. Jeder dritte U-Bahnfahrer wird statistisch einmal im Leben Zeuge eines solchen Unfalles. Die MVG muss dadurch jährlich 2850 Ausfalltage von U-Bahnfahrern kompensieren.

In Paris und Hongkong wurde auf die Problematik bereits reagiert: Dort wird der Bahnsteig mit Glasfronten gesichert. Deren Türen öffnen sich nur, wenn ein Zug steht.

Auf Initiative des CSU-Stadtrats Georg Kronawitter hat der Wirtschaftssausschuss nun das städtische Baureferat sowie die MVG beauftragt, ein technisch-wirtschaftliches Konzept für den Einbau solcher Bahnsteigtüren in den Münchner U-Bahnen vorzulegen.

Der zweite Vorteil der Türen ist: Auch bei überfülltem Bahnsteig kommt die U-Bahn nicht aus dem Takt. In Paris und Hongkong funktioniert das sogar bei einem 90-Sekunden-Takt. In München dauert der kürzeste Takt zweieinhalb Minuten. Die MVG lehnte die Nachrüstung der Bahnsteigtüren bislang vor allem aus Kostengründen ab.

we.

Quelle: tz

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