Gleisausbau nach Ostbayern: Endlich geht etwas voran!

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Die Bahnstrecke von München über Mühldorf soll endlich durchgehend zweigleisig werden –wie es oft versprochen, aber aus Kostengründen nie verwirklicht wurde. Auch die für Bayern so wichtige Großindustrie im Chemiedreieck fordert seit Jahrzehnten den Ausbau der Strecke

München - Die Bahnstrecke München–Mühldorf ist ein einziges Ärgernis. Doch jetzt gibt es neue Pläne von Ex-Minister Erwin Huber (CSU).

Die Strecke ist größtenteils nur eingleisig – dabei wäre der zweigleisige Ausbau nicht nur für die täglichen Pendler ex­trem wichtig. Schließlich muss über diese Strecke auch der Güterverkehr aus dem Chemiedreieck bewältigt werden. Eingleisig heißt hier Standortnachteil: So hat Wacker Chemie bereits gedroht, lieber woanders zu investieren.

Doch gibt es nun eine neue Chance, den Ausbau voranzutreiben? MdL Erwin Huber (CSU), der den Wirtschaftsausschuss im Landtag leitet, trägt sich nach Informationen des Münchner Merkur mit dem Gedanken einer neuen Lösung – dem Einbeziehen von privaten Investoren.

1,06 Milliarden Euro soll das zweite Gleis zwischen Markt Schwaben und Mühldorf kosten. Ex-Wirtschaftsminister Erwin Huber sieht aber keine große Chance, dass der Bund Mittel in dieser Größenordnung freigibt. Der Verkehrs­etat von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, so sagt Huber, „ist chronisch unterfinanziert“. Huber schlägt deswegen die Beteiligung der privaten Wirtschaft am Bahnausbau vor: „Wir müssen kreativer sein.“ Was beim Autobahnausbau der A 8 München–Augsburg erfolgreich erprobt worden sei, „sollten wir auf den Schienenbau übertragen“.

So sieht's im Stellwerk Ost aus

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Eine auf Neubairisch Public Private Partnership (PPP) oder auch öffentlich-private-Partnerschaft könnte es richten. Heute findet in Straubing die Jahresversammlung des BayerischenBauindustrieverbandes statt – mit Ministerpräsident Horst Seehofer. „Hubers Vorschlag wird da sicher ein Thema sein“, ist sich Karl Fischer vom Logistik-Kompetenzzentrum Prien (LKZ) sicher. Der Geschäftsführer des LKZ hat für den Bauindustrieverband ein Gutachten für ein PPP-Projekt München–Mühldorf erstellen lassen. Seine erste Erkenntnis: „Man kauft sich Zeit.“ Laufe der Schienenausbau weiter so schleppend, würde der Vollausbau der Strecke 42,5 Jahre dauern! Ein PPP-Projekt würde den Ausbau erheblich beschleunigen.

Der Preis dafür wäre allerdings hoch – vor allem für die Deutsche Bahn. Deren Tochter DB Netz herrscht über die Schienenwege und kassiert von jedem Nutzer Trassenentgelte. Diese jedoch würde ein Konzessionär, falls sich einer findet, bekommen. Offen ist auch die Höhe der Anschubfinanzierung. Im ersten Gutachten des LKZ war von bis zu 70 Prozent der Gesamtkosten die Rede – „viel zu viel“, findet Huber.

DW

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