Stadt lässt vier Varianten prüfen

Glockenbachwerkstatt: Bolzplatz soll bleiben!

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Auch die Sportfreunde Stiller machen sich für den Erhalt des Bolzplatzes stark

München - Es geht doch! Am Donnerstag beschloss der Stadtrat, dass der Ballspielplatz der Glockenbachwerkstatt erhalten bleiben soll – die Frage ist nur, wie.

Darum soll das Kommunalreferat vier Planungsvarianten prüfen und dem Stadtrat vorlegen, was dabei an Kosten auflaufen und wie sich auf das geplante Wohn- und Geschäftshaus auswirkt.

Es wurde viel demonstriert und diskutiert in den vergangenen Tagen, ein als Satire gemeintes fiktives Immobilienangebot sorgte für Verwirrung. Doch eines ist klar. Die Stadt will ihre drei seit Jahrzehnten verfallenden und großteils leerstehenden Wohnhäuser an der Müllerstraße auf jeden Fall abreißen und für 5,5 Millionen Euro ein neues Wohn- und Geschäftshaus errichten. Bislang waren dort 20 Wohnungen geplant, derzeit gibt es in den Bestandsbauten 17 davon. Eine Untersuchung, wie viel die Sanierung der Häuser kosten würde, gab es nicht.

Auch der Ballspielplatz der Glockenbachwerkstatt sollte bislang dem neuen Wohn- und Geschäftshaus weichen. Es bildete sich eine Elterninitiative, die gegen die Pläne Sturm lief, auch die Kultband Sportfreunde Stiller, Fußball-Weltmeister Paul Breitner und Kabarettist Dieter Hildebrandt unterstützen den Kampf für den Bolzplatz.

Der Prosteststurm (hier geht's zum Video) zeigte Wirkung: am Donnerstag beschloss der Stadtrat, auch Varianten für den Neubau zu prüfen, die der Bezirksausschuss schon lange zur Diskussion gestellt hatte: „Wenn wir die Baulinie für das neue Haus in die überbreite Corneliusstraße hinein verschieben, dann gewinnen wir Platz für den gewünschten Wohnraum und können gleichzeitig den Ballspielplatz erhalten“, so Stadtteilchef Wolfgang Püschel (SPD).

Das soll nun geprüft werden, doch SPD-Fraktionschef Alexander Reissl warnt: „Da müssen wir den Bebauungsplan ändern, Leitungen verlegen und die Straße umbauen, das dauert über zwei Jahre und kostet viel Geld.“

Püschel: „All dass war an der Zwingerstraße auch kein Problem.“ Hier hatte die Stadt drei Straßen vom Bolzplatz entfernt ein Grundstück an einen Privatinvestor verkauft, der dort ein vornehmes Wohn- und Geschäftshaus errichtete.

J. Welte

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