Große Umfrage legt offen

Die meisten Münchner sind zufrieden, aber ...

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München - die schönste Stadt der Welt. Für viele ...

München - Mia san mia und uns geht’s gut – München gilt deutschlandweit als eine Insel der Glückseligen. Aber ist das wirklich so?

Das Sozial- und das Gesundheitsreferat haben 16.000 Münchner im Februar vergangenen Jahres befragt, die Ergebnisse sind jetzt im Quartalsheft des Münchner Statistikamtes zu lesen. Und die zeigen nicht nur Positives …

Vorweg: Ja, die Münchner sind zufrieden. Satte 61 Prozent gaben an, sich „sehr wohl“ in München zu fühlen, 35 Prozent „eher wohl“ und nur 0,3 Prozent „eher nicht wohl“. Keiner sagte, er fühle sich hier gar nicht wohl. Wäre da nicht das liebe Geld in der teuren Stadt: 23 Prozent sind demnach mit der finanziellen Lage unzufrieden. Probleme bereiten auch die Nachbarschaft, die eigene Wohnung und die Arbeitsbedingungen – jeweils 14 Prozent sind damit nicht zufrieden.

Entscheidend für das Glücksgefühl ist auch das soziale Netz. 56 Prozent der Befragten gaben an, Hilfe von anderen zu erhalten. Auch das ist offenbar vom Geld abhängig: Je höher das Einkommen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Befragten sich bei Problemen auf mehrere Menschen verlassen können.

Hier die wichtigsten Ergebnisse zu den Themen Geld, Gesundheit – und Einstellung zu Flüchtlingen. 

Wenig Erkrankungen – aber 40 Prozent sind zu dick

Ganz ehrlich: Ganz so gesund lebt der Durchschnitts-Münchner nicht. Zwar schätzen 53 Prozent ihren Zustand als „sehr gut“ ein und 63 Prozent wissen, dass sie ihre Gesundheit durch eine gesunde Lebensweise beeinflussen können. Dennoch sind 40 Prozent der Münchner zu dick! Der Studie zufolge leiden 29 Prozent an Übergewicht und 11 Prozent an Fettleibigkeit.

Dabei ist eindeutig: Frauen ernähren sich gesünder. Während zum Beispiel 48 Prozent der Frauen mehrmals täglich Obst oder Gemüse essen, sind es bei den Männern nur 27 Prozent. Oder beim Thema Alkohol: 23 Prozent der Frauen trinken demnach mehrmals die Woche Hochprozentiges, bei den Männern sind es 32 Prozent. 16 Prozent der Herren trinken demnach sogar täglich! Nur bei Süßigkeiten kennen die Damen auch keine Vernunft: 21 Prozent naschen täglich (bei Männern sind’s 18 Prozent).

So viel Geld frisst die Miete

Im Durchschnitt verfügt jeder Haushalt über ein Einkommen von 5.330 Euro pro Monat. Da bei dieser Betrachtung die hohen Einkommen den Wert stark verzerren, wird der Median verwendet, also der Wert, der die Befragten in zwei gleich große Gruppen teilt. Dieser liegt bei 3.300 Euro Haushaltsnettoeinkommen pro Monat: Eine Hälfte der Befragten lebt in Haushalten, die weniger als 3.300 Euro haben, die andere Hälfte mehr.

Der Großteil der Haushalte (23 Prozent), fast jeder vierte, verfügt über ein Einkommen von 2000 bis 3000 Euro. Jeder fünfte Haushalt (19 Prozent) liegt unterhalb der 2000-Euro-Grenze, sechs Prozent sogar unter 1000 Euro. Neun Prozent haben mehr als 7000 Euro im Monat. 17 Prozent leben in armen Haushalten, 25 Prozent in der oberen Mitte, neun Prozent in reichen Haushalten. Den höchsten Anteil haben die Haushalte der unteren Mitte: 49 Prozent. Mehr als jeder zweite Haushalt (52 Prozent) kommt mit dem Einkommen „eher gut“ zurecht, jeder Dritte sogar „sehr gut“.

Im Schnitt müssen die Münchner 32,5 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Miete oder Zins und Tilgung einer selbstbewohnten Immobilie ausgeben. Je geringer das Einkommen, desto härter fällt die Belastung durch die Miete aus: 45 Prozent der Haushalte müssen mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Miete berappen.

Elf Prozent der Befragten haben keinerlei Wertanlagen. 71 Prozent haben ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto, 39 Prozent Aktien oder Fonds, 38 Prozent eine Lebensversicherung und 30 Prozent einen Bausparvertrag.

„Migranten bereichern Leben in München“

Fast drei Viertel der Befragten glauben, dass es gut für München ist, wenn es eine Vielfalt unterschiedlicher Religionen gibt. 66 Prozent glauben, dass Migranten das Leben in der Stadt bereichern.

Aber: 53 Prozent sehen in der Zuwanderung „eine Gefahr für die hier geltenden Werte“. Zwei Drittel sind der Meinung, dass die Zuwanderer selbst verantwortlich sind für eine gelungene Integration. 35 Prozent wollen keine Unterkunft für Geflüchtete in ihrem Viertel. Zwei Drittel stimmen der Aussage zu, in ihrer Heimat verfolgte Flüchtlinge sollten bald ein dauerhaftes Bleiberecht erhalten. Und über 90 Prozent denken, Flüchtlinge sollen schnell eine Arbeitserlaubnis bekommen.

21 Prozent stimmen voll oder eher zu, dass „Flüchtlinge gefährliche Krankheiten mitbringen“. Dabei haben nur elf Prozent direkten Kontakt mit Flüchtlingen.

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