Drei Monate nach Unfall in Venedig

Gondel-Drama: Jetzt spricht die Witwe

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Joachim Vogel kam bei dem Gondel-Unglück ums Leben

Venedig - Knapp drei Monate ist das tragische Gondel-Unglück von Venedig her, bei dem der Münchner Jura-Professor Joachim Vogel ums Leben kam. Jetzt äußert sich erstmals seine Witwe.

Die Wunden sind verheilt, aber der Schmerz ist alles andere als überwunden: Die Witwe Gundula Vogel (42) ist nach Venedig zurückgekehrt – an den Ort, an dem ihr Mann vor fast genau drei Monaten sein Leben ließ. Am 17. August war der Münchner Jura-Professor Joachim Vogel im Alter von 50 Jahren beim Gondel-Drama auf dem Canal Grande gestorben.

„Es ist schwer zurückzukehren“, sagte die Witwe in einem Interview mit der Zeitung Corriere del Veneto. „Die Kinder wollten nicht, dass ich komme. Sie hatten Angst um mich.“ Die kleine Tochter (3) war bei dem Unfall selbst schwer verletzt worden, die Buben (7 und 9) mussten alles mit ansehen.

Opfer von Gondel-Unfall beigesetzt

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Anlass für die Rückkehr war eine Konferenz an der Universität von Venedig über die Zukunft des europäischen Strafrechts, Vogels Spezialgebiet. Mehrere italienische und Münchner Forscher erinnerten an das Leben und die Erkenntnisse des verstorbenen Kollegen. „Sein Tod ist eine Wunde für Venedig“, sagte Bürgermeister Giorgio Orsoni.

„Ich glaube, es ist wichtig, dass ich anwesend bin“, sagte Gundula Vogel, „um den Schmerz zu besiegen und den Helfern zu danken.“ Daheim hielten sie und die Kinder mit Fotos die Erinnerung an den Mann und den Papa wach.

Bei dem Unfall sei alles schnell gegangen: Der Vaporetto-Wasserbus sei plötzlich auf die Gondel zugerast und habe ihren Mann mehrere Sekunden eingeklemmt. Er habe sofort das Bewusstsein verloren. Die Schuld gibt sie dem Wasserbus-Fahrer. „Ich glaube, dass unser Gondoliere richtig gehandelt hat.“ Er habe bei dem wahnsinnigen Verkehr am Steg angehalten. Dass eine Abordnung der Gondolieri zur Beerdigung erschien, habe sie sehr berührt. „Ich hoffe, dass auch meine Kinder eines Tages mit mir nach Venedig zurückkehren wollen. Und ich hoffe, dass wir dann in eine Gondel steigen können, ohne Angst zu haben.“

Gondolieri erweisen Professor letzte Ehre

David Costanzo

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