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Ist das in München erlaubt? Google-Kameramann läuft einfach durch Fußgängerzone

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Von: Regina Mittermeier

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Google Maps kartiert die Fußgängerzone mit Rucksack in der Kaufinger Straße in München.
Google Maps kartiert die Fußgängerzone mit Rucksack in der Kaufinger Straße in München. © Oliver Bodmer

Google schickt in München für seinen Kartendienst schickt gerade Menschen mit Kamera-Rucksäcken („Street View Trekker“) durch die Fußgängerzone. Ist das überhaupt erlaubt?

München – Wenn man nicht genau hinschaut, sieht man nur einen Passanten mit blauem Rucksack. Ein zweiter Blick zeigt aber: Dieser Mann, der da durch die Kaufingerstraße in München geht, trägt eine Hightech-Kamera auf dem Rücken. Es handelt sich um den „Street-View-Trekker“ des Internet-Konzerns Google. Das ist ein Rucksack, mit dem Träger ihre Umgebung dokumentieren. Und wer durchs Sichtfeld der Kamera geht, fragt sich: Ist das rechtens? Wo landen die Aufnahmen – und wie ist das mit dem Datenschutz?

Google Street View Trekker in Münchens Fußgängerzone unterwegs: Sind die Kamera-Rucksäcke überhaupt erlaubt?

Die Bilder sind für das Google-Angebot Street View gedacht. Der Dienst bildet 360-Grad-Straßenansichten ab. Man kann sich also am heimischen Rechner anschauen, wie es an einer bestimmten Adresse aussieht. Für München funktioniert das begrenzt. Viele Bilder wurden von Autos aufgenommen, die Google dafür eigens durch die Straßen schickte – für die ist die Fußgängerzone aber tabu. Daher sind Rundumansichten in der Innenstadt nur für einzelne Bereiche verfügbar. Erweitert Google sein Angebot in der Fußgängerzone jetzt also mit den Rucksack-Trägern? Nein, sagt ein Sprecher auf Nachfrage. „Die Aufnahmen, die wir derzeit machen, dienen zur Verbesserung von Google Maps und werden nicht veröffentlicht.“ Mehr Details gab es nicht.

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München: Keine Genehmigung für Google „Street View Trekker“ nötig

Übrigens kann jeder so einen Rucksack über Google ausleihen und damit herumspazieren. Dafür brauche es keine Genehmigung, heißt es vom städtischen Mobilitätsreferat. Es gibt mehrere Versionen des Rucksacks – auf den Fotos hier ist die neueste zu sehen. Sie hat Sensoren mit hoher Auflösung. Damit sind die Bilder noch schärfer – Passanten wären unter Umständen erkennbar, wenn ein Foto ins Netz geriete. Was die Veröffentlichung angeht, ist die Rechtslage klar. Öffentliche Straßen und Plätze dürfen gezeigt werden. Nicht erlaubt sind aber Bilder von Personen, auf denen sie identifizierbar seien, sagt Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach. Daher pixeln Konzerne wie Google oder Apple Gesichter automatisch.

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Fast jeder hat sie schon einmal gesehen: die Autos, die Internet-Riesen wie Apple und Google durch die Straßen schicken. Die Fahrzeuge sollen Aufnahmen machen, um die Kartendienste verschiedener Anbieter zu verbessern. Laut Google sind die Street-View-Fahrzeuge seit nunmehr 15 Jahren rund um die Welt unterwegs. Neben den Autos und dem Rucksack gibt es drei weitere Fahrzeuge: Ein Trolley – eine Art Gepäckwagen mit Kamera – kann Aufnahmen in Innenräumen machen, etwa Museen. Schneemobile zeichnen Wege in Skigebieten oder im Gebirge auf. Und dann gibt es noch Trikes, also Roller mit drei Rädern, die auch durch enge Gassen passen.

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