Flüchtlinge in die Mitte der Gesellschaft

Gorilla-Pläne in Müllerstraße: Jetzt wird’s ernst!

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Großes Foto: das Haus an der Müllerstraße. Rechts: das Bellevue-Plakat.

München - Gute Nachrichten für die Gorillas der Goldgrund-Aktivisten und alle anderen Gegner der Abrisspläne für das Haus in der Müllerstraße. Der Erfolg ist zum Greifen nahe.

Was haben sie getrommelt, geweißelt, demonstriert und verhandelt – die Gorillas der Goldgrund-Aktivisten um Kleinkunst-König Till Hofmann: Lasst die Müllerstraße stehen und gebt jungen Flüchtlingen eine Heimat! Jetzt ist der Erfolg zum Greifen nah: Am Mittwoch soll der Stadtrat nach tz-Infos hinter verschlossenen Türen den Abriss abblasen und dem Hofmann-Konzept zustimmen!

Als Gorillas verkleidet: Till Hofmann & Co. richteten eine Wohnung her

Das Haus soll „Bellevue di Monaco“ heißen und viel mehr sein als eine Asylunterkunft. „Wir wollen Flüchtlinge in die Mitte der Stadtgesellschaft holen“, sagt Hofmann – und freut sich schon. Rund 40 Minderjährige und Heranwachsende sollen in den Hausnummern 2 bis 6 eine neue Heimat finden und im Info- und Begegnungszentrum eine Betreuung aus einer Hand bekommen – von der medizinischen Untersuchung über den Deutschkurs bis zur Rechtsberatung. In einem Café und einer Künstler-Pension können sie Berufserfahrung sammeln.

Die Politik will den Beschluss. 2. Bürgermeister Josef Schmid (CSU) sagt der tz: „Ich und die CSU wollen das Projekt mit Nachdruck unterstützen.“ OB Dieter Reiter (SPD) hatte einen Runden Tisch einberufen, obwohl der Abriss und Neubau von Sozialwohnungen da längst beschlossene Sache war.

Bis zur neuen Heimat ist es aber noch ein weiter Weg: Wenn der Stadtrat am Mittwoch zustimmt, muss zunächst die Regierung von Oberbayern prüfen, ob eine direkte Vergabe möglich ist. Hofmann will zusammen mit mehreren Hilfsvereinen eine Sozialgenossenschaft gründen, die anschließend bis zu einer Million Euro berappen muss, um die Instandsetzung und den Anfangsbetrieb zu sichern. Zu den Spenden kommen Zuschüsse der Stadt und sicher viel Gorilla-Weißel-Po­wer.

David Costanzo

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