Gossip im Zenith: Einfach pfundig

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Wuchtbrumme Beth Ditto.

München - Beth Ditto hat nicht blank gezogen, immerhin. Wäre auch nicht so einfach gewesen bei der engen Schlangenhaut, in die sich die korpulente 95-Kilo-Frontfrau von Gossip gezwängt hat.

  Dazu trägt sie eine Ponyfrisur und einen breiten Rüschenkragen – in jedem Modemagazin würde sie eine glatte Sechs erhalten. Doch wen interessiert das? Beth Ditto braucht gefühlte zwei Sekunden, um das ohnehin willige Publikum im ausverkauften Zenith für sich einzunehmen.

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„Hey München, was gibt’s?“, ruft die Amerikanerin zu Beginn. Alte Masche, okay, aber es wirkt. Dann rennt sie zum Bühnenrand, schiebt eine Absperrung beiseite, grüßt die Fans im Seitenflügel, kommt dabei außer Atem, egal, es geht bei einem Rockkonzert nicht um die große Gesangskunst. Möchte man meinen. Doch später stimmt die Wuchtbrumme Tina Turners „What’s Love Got To Do With It“ an, zeigt, dass sie das mit dem Singen auch kann.

Und sonst? Machen Gossip sich vor allem bei alten Fans beliebt. Die Band aus Portland verschmäht ihr letztes Album weitgehend. Jenes also, das sie erst berühmt gemacht hat. Natürlich steht „Heavy Cross“ auf dem Zettel, auch „Standing in the Way of Control“ von der Vorgänger-Platte – mehr Glamour ist aber nicht. Beth Ditto zieht nicht blank, aber sie rülpst, und das mehrmals. Skurril, dieser Auftritt, aber auch pfundig.

Thierry Backes

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