„Hören Sie endlich auf!“

Grabschender Taxler macht vor Gericht eigenen Anwalt sauer

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Auch der Verteidiger (r.) kritisierte Ahmed K.

Befingerte ein Taxler vor einem knappen Jahr eine Kundin? Der Angeklagte führt sich vor Gericht derart auf, dass sogar sein eigener Anwalt sauer wird.

München - Taxifahrer Ahmed K. (36, Name geändert) hat es geschafft: nicht nur die Richterin ist stinksauer, auch sein Verteidiger greift ihn an. „Hören sie endlich auf!“, zischt Hans Schröder seinem Mandanten auf der Anklagebank zu. „Sie reiten sich immer tiefer rein!“ K. schüttelt den Kopf. Er sieht sich als Opfer: Die Richterin sei parteiisch und sein Anwalt zwinge ihn dazu, eine Tat zu gestehen, die er nicht begangen habe!

Die Staatsanwältin sieht das anders: K., seit fünf Jahren Taxifahrer in München, seit sieben Jahren geschieden, soll in einer Aprilnacht 2016 eine Kundin auf dem Beifahrersitz befingert haben. Als sie sich gewehrt hat, schlug K. ihr laut Anklage ins Gesicht.

K. erzählt die Geschichte anders. Ihm sei in der Schwere-Reiter-Straße eine Frau aufgefallen, die auf Krücken buchstäblich im Regen gestanden habe. Vom Freund rausgeschmissen, ohne Geld, sagt K. „Egal, ich fahr Sie heim“, habe er gesagt. Berührt habe er die Frau nur, als er ihr beim angurten geholfen und ihr „zur eigenen Sicherheit“ die Krücken aus dem Schoß genommen habe. Später gibt er zu, ihr eine Hand auf den Oberschenkel gelegt zu haben. „Zum Trost“, sagt er. Die Frau habe ihn dann „grundlos sechs bis acht Mal“ geschlagen.

Das ist der Moment, als Richterin Ines Tauscher der Kragen platzt. Warum er bei der Polizei eine andere Geschichte erzählt habe? Warum es vor drei Jahren einen identischen Fall gegeben habe? Wieso er auch da zuerst alles abgestritten habe? Verteidiger Schröder: „Ich geh mit meinen Mandanten durch dick und dünn! Aber so was hab ich in 22 Jahren nicht erlebt.“ Als Nächstes sollen die Opfer aussagen.

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