Schlichte Bauten - blühendes Dach

Diese Neuerung könnte Viktualienmarkt-Besucher verzücken

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Blühende Dächer: Diese Simulation zeigt, wie der Viktualienmarkt aussehen könnte.

München blüht künftig (vermutlich) auf: Eine Feldmochinger Firma will die Dächer der Standl auf dem Viktualienmarkt begrünen. Die Behörden sind offen für die Idee, wollen das Verfahren aber zunächst testen.

München - Geht es nach dem Erfinder des Pflanzsystems, Wolfgang Plattner, ersetzen seine sogenannten Stadtbegrünungspavillons die Marktstandl. Schlichte Bauten aus Holz oder Stahl mit einem blühenden Dach. „Darauf kann man Rosen, Tomaten, Kräuter und sogar Kastanienbäume anpflanzen“, sagt Plattner. Mit Jalousien könnten die Pavillons abends zugemacht werden.

Das Besondere an Plattners patentierter Erfindung ist, dass sie – anders als konkurrierende Begrünungssysteme – ohne Nährboden auskommt. Die Pflanzen schweben in einem Wasserreservoir, das nur 13 Zentimeter tief ist. Alles, was sie brauchen, haben sie also in unmittelbarer Nähe. Deshalb bilden die Pflanzen keine Trieb- und Haltwurzeln, sondern nur feine Nährstoffwurzeln. Plattners Dachgarten nimmt dadurch weniger Geschossfläche in Anspruch als andere Systeme. Ein etwa sieben Meter hoher Kastanienbaum zum Beispiel braucht ein nur 1,20 Meter tiefes Wasserbecken.

Ein weitere Raffinesse, mit der Plattner für sein System wirbt, ist der geringe Wasserverbrauch. Das kostbare Nass kondensiert – und fällt zurück in das Becken, das ein Metalldeckel verschließt. Abhängig von der Niederschlagsmenge kommen die Pflanzen bis zu sechs Monate ohne Gießen aus. „Die zunehmende Flächenversiegelung ist ein Problem in München“, sagt Plattner. „Aber das, was wir der Natur unten an Fläche wegnehmen, können wir ihr mit diesem System auf den Dächern zurückgeben.“ Plattners Pavillons kosten knapp 400 Euro Miete monatlich. Für etwa 30.000 Euro kann man sie auch kaufen.

Kommunalreferat: Andere Dinge haben bei Sanierung erstmal Vorrang

Die Grünen im Stadtrat finden Plattners Idee gut – und haben deshalb beantragt, sie in einem Pilotprojekt zu testen. Laut Baureferat startet der Test im Herbst. Allerdings an deutlich weniger prominenter Stelle als dem berühmten Bauch von München: an der Ramersdorfer Adam-Berg-Straße.

Offen ist freilich, ob es die Pavillons dann auch auf den Viktualienmarkt schaffen. Bernd Plank vom zuständigen Kommunalreferat sagt: „Wir planen jetzt erst einmal die Sanierung des Marktes. Dabei stehen Hygiene, Brandschutz und Lagermöglichkeiten im Vordergrund. Aber grundsätzlich sind grüne Dächer schön und können in die Planung mitaufgenommen werden. Das heißt aber nicht, dass sich dann auch genau dieses System durchsetzt.“

Wird der Viktualienmarkt nun saniert – oder doch gar abgerissen und neugebaut? Nach einem Bericht im Bayerischen Fernsehen herrschte jüngst Verwirrung um Münchens gute Stube.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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