Greenpeace-Aktion: Riesiges Banner vor Staatskanzlei

München - Mit einem riesigen Banner vor der bayerischen Staatskanzlei haben sich Greenpeace-Aktivisten in München für Aufsehen gesorgt. Ihre Botschaft galt vor allem an Ministerpräsident Seehofer.

Die Greenpeace-Aktivisten demonstrierten erneut für den Erhalt der Buchenwälder im Freistaat. Vier Mitglieder der Organisation hängten das Spruchband mit der Aufschrift „Schützt die alten Buchenwälder“ am Montag an zwei Masten vor dem Gebäude in der Münchner Innenstadt auf. „Seehofer macht im Wald Politik gegen die eigenen Wähler“, teilten die Umweltschützer mit. Seit Wochen kämpfen sie gegen die ihrer Ansicht nach illegale Zerstörung alter Buchenwälder - etwa im Spessart - durch das Anpflanzen der Nadelbaumart Douglasie.

Greenpeace berief sich auf eine Meinungsumfrage unter 1000 Bürgern, die die Organisation beim Forsa-Institut in Auftrag gegeben hat. 69 Prozent der Befragten wollen demnach, dass die Staatsregierung den Anteil geschützter Waldflächen auf zehn Prozent erhöht. Auch 62 Prozent der CSU-Wähler sprächen sich dafür aus.

Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht

Zudem fordern die Aktivisten von den Bayerischen Staatsforsten Kartenmaterial und Daten über die Wälder. Beim Verwaltungsgericht Regensburg sei deshalb bereits Klage eingereicht worden.

Mitte April hatte Greenpeace vor dem Forstministerium in München 1967 Douglasien-Setzlinge aufgebaut. Sie hatten die Pflänzchen im Spessart ausgegraben und dort durch Buchen-Schösslinge ersetzt. Die Organisation wirft den Staatsforsten vor, mit dem systematischen Anbau von Douglasien gegen europäisches Naturschutzrecht zu verstoßen und den heimischen Buchenwäldern zu schaden.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) wies dies zurück und erklärte, dass Wälder mit nur einer Baumart anfälliger seien als Mischbestände.

dpa

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