Ärzte raten zur Schnell-Impfung

Grippe-Alarm: Schon über 520 Fälle in der Stadt

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Auch im Klinikum Bogenhausen liegen derzeit viele Patienten mit einer Grippe-Infektion. Daher kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

München - Sie beginnt meist mit Halsschmerzen, der ganze Körper tut weh – und dann kommt das hohe Fieber inklusive Schüttelfrost: die Grippe. Und die gefährliche Virus-Erkrankung hat München schon jetzt fest im Griff.

Update vom 25. Januar 2017: Zahlreiche Menschen sind von der Grippe übermannt worden. Doch lohnt es sich, sich impfen zu lassen? Wir erklären Ihnen, wie wirksam der Grippe-Impfstoff ist.

Wie das Gesundheitsreferat am Freitag bekannt gab, gingen in den ersten beiden Januarwochen bei der Behörde genau 521 Labormeldungen ein! Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum nur 39 Erkrankungsfälle.

„München steckt mitten in der Grippewelle“, erklärt Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs. „Wir verzeichnen seit dem Jahreswechsel außergewöhnlich hohe Infektionszahlen und damit einen deutlich früheren Beginn der Grippewelle als in den Vorjahren.“ Woran das liegt? Da rätseln die Experten noch, derzeit sucht sogar das Robert Koch Institut in Berlin nach einer Erklärung.

Prof. Christoph Dodt

Unterschätzen sollte die Krankheit jedenfalls niemand: Besonders für Senioren und chronisch Kranke kann die Virusinfektion höchst gefährlich werden. „Wir empfehlen eine Impfung gerade für die Risikogruppen wie Menschen mit Lungenerkrankungen oder geschwächtem Immunsystem“, sagt daher beispielsweise Prof. Christoph Dodt, Leiter des Notfallzentrums im Klinikum Bogenhausen. Auch jetzt sei dies noch absolut sinnvoll.
Leider lassen sich besonders Senioren oftmals nicht impfen. Mit Folgen: Derzeit liegen in den städtischen Kliniken viele Grippe-Patienten, die natürlich isoliert werden müssen. Manche von ihnen leiden mittlerweile als Folge der Erkrankung an einer Lungenentzündung. Dadurch können Betten nicht belegt werden. In diesem Zusammenhang weist das Klinikum darauf hin, dass es in den Notfallzentren (in den Kliniken Schwabing, Bogenhausen, Harlaching und Neuperlach) für ambulante Patienten während der andauernden Grippewelle auch zu längeren Wartezeiten kommen kann.

Also: Unbedingt schützen! Eine Impfberatung übernimmt im Einzelfall der Hausarzt. Auch das Referat für Gesundheit und Umwelt bietet eine telefonische Impfsprechstunde unter 2 33-6 69 07 an, Montag bis Freitag von 11 bis 12 Uhr. Nach der Impfung dauert es zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.

So schützen Sie sich vor den Viren

Um nicht selbst an der Grippe zu erkranken oder um zumindest nicht andere zu infizieren, gibt es einige hilfreiche Tipps:

1 Gründlich Händewaschen mit Seife.

2 Nur in Wegwerftaschentücher niesen. Falls kein Taschentuch greifbar ist, besser in den Ärmel niesen, nicht in die Hand. So können Keime zum Beispiel nicht über das Anfassen von Türklinken verbreitet werden.

3 Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben und die Krankheit gut auskurieren.

4 Größere Menschenansammlungen meiden.

Armin Geier

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