Zehn gute Gründe für den Grippeschutz

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Experten raten zur Grippeimpfung.

München - Die Grippe ist da – und zwar die echte Influenza und nicht der harmlose grippale Infekt! Seit Mitte Oktober verzeichnet das Robert-Koch-Institut die ersten Ansteckungen, in München hat es gleich ein dreijähriges Mädchen erwischt. Was Sie tun können:

Aber: Dabei blieb es bislang. Darum nennt der Münchner Infektiologe Dr. Nikolaus Frühwein in der tz zehn gute Gründe, warum man sich gerade jetzt gegen die Grippe impfen lassen sollte.

1. Krankheit: Man muss es immer wieder sagen: Die Influenza ist eine schwere Erkrankung. „Sie kann einen gesunden, jungen Menschen zwei Wochen ins Bett hauen“, sagt Dr. Frühwein. Herz- und Lungenkranke könnten Komplikationen erleiden – auch tödliche.

2. Wirksamkeit: Die Impfung schützt. „Eine einzige Spritze für ein ganzes Jahr“, sagt der Experte.

3. Beruf: Der Schutz bewahrt nicht nur vor der Krankheit, sondern auch vor der Krankschreibung. „Wenn man sich zwei Wochen Ausfall beruflich nicht leisten kann, sollte man sich impfen lassen.“ Das gilt auch für Schüler und Studenten, die vor wichtigen Prüfungen stehen.

4. Urlaub: Reisende sind in Flugzeug oder Schiff einer ­erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt – wie überall, wo viele Menschen auf engstem Raum zusammen sind. Geimpfte bleiben auch in den Ferien gesund.

5. Mitmenschen: Wer sich schützt, bewahrt auch andere. Bei Menschen mit schwachem Immunsystem hilft die Impfung nämlich wenig. „Wer eine schwerkranke Oma daheim hat – mit Krebs, Diabetes oder Lungenkrankheit –, der sollte sich impfen lassen, um sie zu schützen“, sagt Dr. Frühwein. Und Säuglinge dürfen frühestens ab sechs Monaten beziehungsweise einem Jahr die Spritze erhalten.

6. Gebühren: Der Piks kostet nichts. Wenn der Arzt nur gegen Grippe impft, wird noch nicht einmal die Praxisgebühr fällig.

7. Nebenwirkungen: „Die Impfung ist sehr gut verträglich“, sagt der Infektiologe. Allenfalls könne es Schmerzen am Einstich geben, selten Fieber. Allergiker sollten sich mit ihrem Arzt beraten.

8. Zeitpunkt: Wer sich jetzt spritzen lässt, bei dem kann sich der Schutz bis zum Höhepunkt der meisten Grippewellen im Frühjahr aufbauen. „Der Zeitpunkt ist optimal.“

9. Knappheit: Bislang sei in Bayern nur Impfstoff der kleinen Hersteller lieferbar, erklärt Dr. Frühwein, die großen Konzerne hätten sich noch nicht mit den Krankenkassen über die Kosten geeinigt. Möglicherweise drohe eine Impfstoffknappheit.

10. Andere Krankheiten: „Studien zeigen, dass Herzpatienten mit einer Grippe-Impfung weniger Anfälle bekommen“, sagt der Infektiologe. Ob die Spritze auch vor banalen Erkältungen schützt, sei nicht belegt. Dr. Frühwein sagt: „Ich habe aber den persönlichen Eindruck.“

Trotz all dieser Gründe beobachtet der Mediziner, dass die Impfmoral heuer bislang noch einmal 20 Prozent unter der des Vorjahres liegt. „Damit sind erschreckende Impflücken zu befürchten“, warnt Dr. Frühwein. Im Fall einer möglichen stärkeren Epidemie könnten die Auswirkungen auf die Bevölkerung gravierend ausfallen.

David Costanzo

So viel Masern wie seit 10 Jahren nicht

Die Masern grassieren heuer in der Stadt so schlimm wie seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 nicht mehr. Allein bis Ende August verzeichnete das Gesundheitsreferat mehr als 170 Kranke, wie aus einer Antwort auf die Anfrage der CSU hervorgeht. Das sind bislang nicht nur mehr als doppelt so viele Fälle wie im ganzen Jahr 2010, sondern ein neuer, trauriger Rekord.

Bislang lag die Zahl der meisten Kranken laut Robert-Koch-Institut im Jahr 2001 bei 145. Die Infektionskrankheit ist im doppelten Sinne keine Kinderkrankheit: Zum einen waren die meisten Patienten älter als zehn Jahre - viele gar im Erwachsenenalter. Zum anderen erkrankte jeder dritte Infizierte so schwer, dass er ins Krankenhaus musste - entweder in die Ambulanz, viele mussten auch stationär aufgenommen werden.

Masern gelten als die ansteckendste bekannte Krankheit. Sie übertragen sich fünf Tage, bevor der typische Ausschlag auftritt. In der Stadt liegt die Impfquote unter den nötigen 95 Prozent. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte ruft Eltern auf, ihre Kinder impfen zu lassen. Auch Erwachsene, die nach 1970 geboren seien, sollten den Schutz aufzufrischen.

DAC

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