Grönemeyer: Rennpferd im Olympiastadion

München - Am 21. Juni 2011 kommt Grönemeyer in das Olympiastadion. Das Gespräch mit der tz und das Video von der Pressekonferenz.

"Ich bin gerade im Textrausch“, bekannte Herbert Grönemeyer (54) bei einem Pressetermin in München. Der Popstar schreibt gerade wie wild an dem neuen Album, das im Februar erscheinen soll. Dann geht es auch auf Tour mit neuen und alten Hits.

Am 21. Juni 2011 kommt Grönemeyer in das Olympiastadion. Viele deutsche Künstler gibt es nicht mehr, die solche Arenen füllen können. Die tz sprach mit einem entspannten Sänger im Hotel Charles.

Sie sind im Juni im Olympiastadion. Wie ist Ihr Verhältnis zu München?

Grönemeyer (54): München wird eine große Sache. Früher war das natürlich anders. Als Preuße war es südlich vom Main schrecklich. Das erste Mal in München spielte ich in der Alabamahalle. Im Vorverkauf waren ganze zehn Tickets weggegangen. Dann haben sie Bierbänke in den Saal gestellt, damit es voller aussieht. Wir haben trotzdem drei Zugaben gegeben. Inzwischen ist es aber eine herzliche Beziehung zwischen mir und den Bayern. Ich bin ja auch nicht ganz Preuße, in Bochum ist man eher eine Mischung aus Preuße und Pole. Da hat man mehr Humor.

Im Herbst konnten Sie noch nicht viel zum neuen Album sagen. Gibt es jetzt mehr Infos dazu?

Grönemeyer: Der Titel steht noch nicht ganz fest. Aber es wird eine gitarrenlastige, wuchtige Platte, ein wenig britpoppig. Bis Weihnachten will ich die Texte fertig haben. Am 9. Januar wird die Single gemischt, am 24. Januar das Album. Wir arbeiten quasi mit sehr heißer Nadel. Ich brauche den Druck, um die Texte zu schreiben. Ich bin kein Dichter. Ich würde sonst nie schreiben, sondern lieber Fußball spielen.

Wie verbringen Sie dann heuer Weihnachten?

Grönemeyer: Ich richte es in diesem Jahr selbst aus. Mit meinem Bruder, den Kindern und unserer Mutter. Meine Nichte bekommt noch vor Heiligabend ein Baby. Da bekommt das Fest eine ganz neue Dynamik.

Können Sie ihren Erfolg noch toppen?

Grönemeyer: Wir können uns nicht mehr toppen. So viele Platten wie bei Mensch werden wir nie mehr verkaufen. Das geschieht einmal im Leben. Meine Erinnerungen hängen aber nicht am Erfolg. Mich interessiert es eher, ob ich eine Platte schaffe, die etwas Neues bringt. Andererseits mache ich auch nur Platten, um auf die Bühne zu gehen. Ich bin ein Rennpferd und muss singen, sonst bekomme ich Überdruck. Das werde ich immer machen, egal wie viele Leute zuhören.

Popstars und ihre früheren Berufe

Popstars und ihre früheren Berufe: Trucker, Tankwart, Totengräber

Wie wähl en Sie die Stücke für die Tour aus?

Grönemeyer: Das ist immer kompliziert. Jedes Lied, das man aussortiert, hatte ja auch eine eigene Stimmung. Und natürlich spielen wir noch Lieder wie Männer, das ich ja so nie mehr schreiben würde. Das ist dann Realsatire auf der Bühne.

Haben Sie jemals ein Lied oder eine Haltung bedauert?

Grönemeyer: Nein. Rockmusik hat natürlich mit Haltung zu tun, hat ein gewisses Ethos. Diese Haltung habe ich nach wie vor, auch wenn ich inzwischen relativ wohlhabend bin. Deshalb ändert sich aber nicht meine Haltung.

Antonio Seidemann

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Verkehrslage auf Stammstrecke normalisiert sich wieder
S-Bahn: Verkehrslage auf Stammstrecke normalisiert sich wieder
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare