Video: Das ist die größte Kletterhalle der Welt

München - Sie ist mit fast 7800 Quadratmetern Wandfläche die größte künstliche Kletter­anlage der Welt – und nach Expertenmeinung auch die beste.

Am Freitag hat der ­Deutsche Alpen­verein (DAV) den Erweiterungsbau seiner Kletterhalle in Thalkirchen eröffnet. Der Spitzenalpinist Stefan Glowacz (45) hat für die tz die neue Anlage getestet. Sein Urteil: Welt­spitze!

Begeistert: Stefan Glowacz beim Probeklettern in der Route „Magnetfinger“ (7+)

„Der Ausbau war längst überfällig, die alte Halle platzte ja aus allen Nähten“, berichtet Glowacz. 1999 war die bisherige Kletterhalle eröffnet worden, für ungefähr 60 000 Gäste pro Jahr. In den vergangenen beiden Jahren kamen jeweils 185 000 Kletterer! Vor allem abends mussten die Seilschaften anstehen, bis eine Route für sie frei wurde. „Immer mehr Menschen entdecken das Hallenklettern als ganzheit­lichen Fitnesssport, der auch den Geist fordert“, erklärt der in Garmisch lebende Glowacz. Er trainiert selbst oft in der Halle für seine weltweiten Kletterexpeditionen.

Durch den Erweiterungsbau verdoppelt sich die Indoor-Kletterfläche in Thalkirchen nahezu. An einer Außenwand entstehen 25 neue überdachte Routen zum Freiluftkraxeln. Wer ohne Seilsicherung trainieren möchte, kann dies an 380 Quadratmetern im neuen Boulderraum tun; als Bouldern bezeichnet man das Klettern in Absprunghöhe.

Highlight der neuen Halle ist der so genannte „Freeformtower“, ein etwa 14 Meter hoher Pfeiler, dessen Oberfläche natürlichem Fels nachempfunden ist. Er bietet mehrere Routen ohne eingeschraubte Griffe, man klettert ausschließlich an der Wandstruktur. „Das habe ich so noch in keiner Halle erlebt“, jubelt Glowaczs Kletter- und Expeditionspartner Holger Heuber (47). „Der Turm fühlt sich an wie echter Sandstein.“

Zeiten und Preise:

Die Kletterhalle in der Thalkirchner Straße 207 ist montags bis freitags von 7 bis 23 Uhr geöffnet, samstags, sonntags und feiertags von 8 bis 23 Uhr. Alpenvereinsmitglieder erhalten ermäßigten Eintritt (11,50 statt 15,50 €, Kinder 8,80 statt 11,90 €). Ab 21 Uhr (unter der Woche) bzw. 19 Uhr ist Happy Hour. Weitere Infos: www.kletterzentrum- muenchen.de, Telefon 089 / 189 41 63 11.

5,3 Millionen Euro hat die Erweiterung der Kletteranlage gekostet. Knapp die Hälfte davon stemmte der Trägerverein – ein Zusammenschluss von 24 DAV-Sektionen – aus eigenen Mitteln. Die Stadt gewährte ein Darlehen von 2,7 Millionen Euro. Vier große Kletterzentren gibt es zurzeit im Münchner Raum, zwei davon betreibt der Alpenverein. Der seit Jahren anhaltende Kletterboom verschafft gute Einnahmen. Und Stefan Glo­wacz sieht kein Ende, im Gegenteil: „Die neue Kletterhalle wird wohl auch bald wieder zu klein sein – bei diesem tollen Angebot.“

Zum Angebot gehören auch neue Umkleiden, ein großzügiges, helles Bistro mit Biergarten auf dem Dach sowie ein abgetrennter Kinderbereich mit Piratenschiff und Ritterburg. Die Sicherheit spielte eine wichtige Rolle bei den Erweiterungsplänen. So hat die neue Halle einen dämpfenden Boden, der Stürze aus bis zu vier ­Metern Höhe verletzungsfrei auffangen soll. „Das ist unheimlich wichtig“, erklärt ­Glowacz, „Bodenstürze kommen häufiger vor, als die meisten glauben.“

Außerdem freut sich der Spitzenkletterer für seine Otto-Normal-Kollegen, dass die neuen Routen nicht allzu extrem sind: „In der neuen Halle gibt es keine krassen Überhänge – damit kommen die Betreiber den meisten Kletterern entgegen.“ Und die werden sich auch freuen, dass die Preise im Zuge der Erweiterung nicht erhöht werden.

Ingo Wilhelm

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