Große Pläne für das Gelände am Taxisgarten

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Nicht nur der Pool verfällt: Seit drei Jahren gibt es keine Lösung für das an sich sehr hübsche Areal zwischen Taxisstraße und Landshuter Allee.

München - Etwa 20 Vereine wollen dem Gelände am Taxisgarten wieder Leben einhauchen. Jetzt gibt es ein neues Konzept. Problem dabei: Es regt sich Widerstand – und es fehlt am Geld.

Jürgen Hanreich hat viel vor. Das alte Schwimmbecken soll aus dem Gelände am Taxisgarten verschwinden, stattdessen plant er einen Kletterturm. Aus dem alten Pumpenraum könnte man ein Bistro machen, und für den Winter kann sich Hanreich auch einen Eis-Parcours vorstellen. Das Ganze soll dann eine Begegnungsstätte für Behinderte und Nicht-Behinderte werden.

Seit drei Jahren verkommt das knapp 13.000 Quadratmeter große Gelände zwischen Taxisstraße und Landshuter Allee zusehends. Allein das Schwimmbecken auf die aktuell vorgeschriebenen Hygiene-Standards zu heben, würde Hanreich zufolge 400.000 Euro verschlingen – viel zu viel. Hanreich ist Vorstand des Vereins „Ans Werk“, der gemeinsam mit etwa 20 anderen Vereinen ein neues Konzept für den Taxispark erarbeitet hat. Es sieht vor, dass die gesamte Fläche vom Taxis-Biergarten bis zum Concordia Park zu einem durchgehenden Park wird, offen für alle. Mit genügend Attraktionen, um auch wirklich Publikum anzuziehen. Rund 15 Arbeitsplätze für behinderte Jugendliche sollen entstehen. Hanreich: „Wir müssen darauf achten, dass der Park wirtschaftlich ist.“

SPD-Vorsitzende befürchtet "kleinen Vergnügungspark"

Das stößt freilich auch auf Kritik – etwa seitens des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg. Müsse das denn sein – ein Kletterturm? Was sollten denn Behinderte damit anfangen? „Es sind ja nicht alle körperlich behindert“, entgegnet Hanreich. Außerdem gebe es sogar querschnittsgelähmte Kletterer. Und es sollten ja auch Nicht-Behinderte in den Park kommen. Die BA-Vorsitzende Ingeborg Staudenmeyer (SPD) befürchtet jedoch, dass aus dem Gebiet am Taxisgarten ein „kleiner Vergnügungspark“ werden könnte.

Das gab’s schon mal: Der vormalige Park musste schließen, weil der Betreiberverein Besuchern unter 18 Jahren den Zutritt verweigern wollte.

Doch Jürgen Hanreich und die anderen Vereine haben das Problem, dass momentan kaum Geld da ist. Und das bedeutet, dass der Taxispark im Betrieb zumindest „bei Null rauskommen“ muss. Vor drei Jahren betrieb ein anderer Verein das Gelände – der hatte jedoch den Vorteil, dass er die Pachteinnahmen des Biergartens zur Verfügung hatte. Dieser Verein fiel dann in Ungnade, weil er Besuchern unter 18 Jahren den Zutritt verwehrte. Deshalb hat die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung den Vertrag aufgelöst und für den Biergarten einen neuen Pächter gefunden. Die Einnahmen aus dem Biergarten will und kann die Verwaltung nun nicht mehr den neuen Betreibern zur Verfügung stellen, weil sie damit Einnahmen verlieren würde. „Wir versuchen aber, den neuen Vereinen mit der Pacht so weit wie möglich entgegen zu kommen“, sagt Josef Schwab von der Schlösser- und Seenverwaltung.

Eine schnelle Einigung über das neue Konzept scheint momentan nicht in Sicht. Die Anwohner fürchten, dass der neue Park zu laut und zu belebt wird. Der Bezirksausschuss fürchtet, dass die Behinderten zu kurz kommen könnten. Und die Vereine wissen noch nicht genau, wie sie das alles finanzieren sollen. Ob das Areal am Taxisgarten zum Sommer seine Tore wieder öffnen kann? „Wird schwierig“, sagt Schwab.

von Moritz Homann

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